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Drei Infostände stellen Projekt vor Retter werben in Delmenhorst für Erste-Hilfe-App

Von Sonia Voigt | 25.01.2018, 10:29 Uhr

Sieben Kommunen haben im Projekt „Erleben“ eine App entwickelt, die Ersthelfer per Smartphone zu Herzstillstand-Patienten lotst. So soll deren Überlebensrate vervielfacht werden.

Wie eine App dazu beitragen kann, die Überlebensrate nach Herz-Kreislauf-Stillständen zu erhöhen, stellen die Delmenhorster Feuerwehr sowie Hilfsorganisationen an drei Ständen am Samstag, 27. Januar, vor. Das Projekt „Erleben“und die Erste-Hilfe-App präsentieren die Retter jeweils in der Zeit von 11 bis 16 Uhr bei Kaufland an der Stedinger Straße, am Edeka Center an der Seestraße sowie an der Grafttherme.

Beim Herzstillstand zählt jede Sekunde

Etwa 75.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand, berichtet Feuerwehr-Pressesprecher Holger Klein-Dietz und ergänzt: „Wenn das Herz still steht, zählt jede Sekunde, um das Leben eines Menschen zu retten und das Risiko dauerhafter Schäden zu verringern.“ Mit den Smartphones, die mittlerweile fast jeder in der Tasche hat, und der App „corhelp3r“ soll die Erste Hilfe so optimiert werden, dass mehr Leben gerettet werden können.

Sieben Kommunen entwickeln App zusammen

Die Stadt Delmenhorst und der Landkreis Oldenburg haben sich für das Projekt „Erleben“ mit fünf weiteren Kommunen zusammengeschlossen, um die Ersthelfer-App zu entwickeln. Wenn den Leitstellen künftig ein Herzstillstand gemeldet wird, alarmieren diese nicht nur Notarzt und Rettungswagen, sondern senden zeitgleich eine Meldung an die App. Befindet sich ein über die App registrierter Ersthelfer in der Nähe, wird er per Smartphone alarmiert. Wenn er den Einsatz wahrnimmt, lenkt ihn die App zum Einsatzort, wo er mit der Herzdruckmassage beginnen kann. Ein zweiter Ersthelfer wird zum nächsten mobilen Defibrillator und dann zum Einsatzort geführt.

Gerade bei langen Rettungswagen-Anfahrten wichtig

„Gerade wenn der Rettungswagen längere Entfernungen zum Einsatzort zurücklegen muss, kann die App einen wichtigen Beitrag leisten“, erläutert Klein-Dietz. Die App soll die Rate erfolgreicher Wiederbelebungen ohne neurologische Schäden nach Herz-Kreislauf-Stillstand von bundesweit zwei bis sechs Prozent auf bis zu 40 Prozent steigern.