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Drei Kreuze machen Kommunalwahl 2016: 62.166 Delmenhorster dürfen wählen

Von Marco Julius | 25.08.2016, 08:46 Uhr

Am 11. September wird der Delmenhorster Stadtrat neu gewählt. 51 Wahllokale öffnen dann ihre Türen.

Ali Pektürk, Vorsitzender des Kinder- und Jugendparlaments in Delmenhorst, hat kürzlich am Rande einer DGB-Diskussion enttäuscht gesagt, dass viele Jugendliche gar nicht wissen, dass sie bei der Kommunalwahl am 11. September, wenn in ganz Niedersachsen neue Kommunalparlamente gewählt werden, auch ihr Kreuz machen dürfen. Wahlberechtigt ist nämlich bereits, wer am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet hat. „Es ist so wichtig, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen“, sagt Ali Pektürk.

Weitere Voraussetzungen, um wählen zu dürfen, erläutert Stadtsprecher Timo Frers: „Wahlberechtigt ist, wer zudem seit mindestens drei Monaten in Delmenhorst seinen Wohnsitz hat, die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union besitzt und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen ist.“

Über 62.000 Wahlberechtigte

In Delmenhorst sind am 11. September insgesamt 62.166 Menschen zur Wahl aufgerufen, in den vier Wahlbereichen öffnen 51 Wahllokale, die meisten davon laut Frers barrierefrei erreichbar, ihre Türen am Wahlsonntag. Der Oberbürgermeister steht übrigens nicht zur Wahl.

Im Jahr 2011, bei der letzten Kommunalwahl, durften 60.124 Delmenhorster bei der Stadtratswahl an die Wahlurnen treten. Von diesem Recht Gebrauch gemacht haben damals allerdings nur 43 Prozent, also 25.850 Delmenhorster. Stärkste Kraft waren am Ende, trotz Verlusten, die Sozialdemokraten.

Drei Kreuze auf dem Stimmzettel

Für die Wahl des Kommunalparlaments gilt ein Dreistimmenwahlrecht mit der Möglichkeit des Kumulierens und des Panaschierens, wie es die Fachleute nennen. Wählerinnen und Wähler können, anders etwa als bei Bundestags- und Landtagswahlen, auf jedem Stimmzettel drei Kreuze machen. Sie können alle drei Stimmen einem Wahlvorschlag in seiner Gesamtheit (Gesamtliste) oder einer einem einzigen Bewerber auf einem Wahlvorschlag geben (Kumulieren). Die Stimmen können allerdings auch auf mehrere Gesamtlisten und/oder mehrere Bewerber desselben Wahlvorschlages oder verschiedener Wahlvorschläge verteilt werden (Panaschieren).

Fast 600 Wahlhelfer im Einsatz

Damit am 11. September alles glatt und den Vorschriften entsprechend verläuft, sind laut Stadtverwaltung insgesamt bis zu 580 Wahlhelfer im Einsatz. Die Stadt präsentiert die Wahlergebnisse übrigens über die App „Wahlportal“. Ergebnisse können damit stets aktuell auf dem Smartphone oder über eine browserbasierte Darstellung verfolgt werden. Die App ist kostenlos unter anderem für Android und iOS erhältlich. Das müsste auch junge Wähler freuen.