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DSDS-Gewinner in Delmenhorst Thomas Godoj mag es rockig

Von Jan Eric Fiedler | 15.03.2015, 12:51 Uhr

Nach seinem Castingshow-Erfolg vor sieben Jahren schlägt Thomas Godoj mittlerweile ganz andere Töne an. Seine neue Platte finanzierten ihm seine Fans über eine Crowdfunding-Aktion.

Wenn ein Gewinner von „Deutschland sucht den Superstar“ auf der Bühne steht, erwartet der Zuhörer eher seichte Popmusik. Wer Thomas Godoj nach seinem DSDS-Sieg aus den Augen verloren hat, dürfte sich diese bei seinem Auftritt am Samstag in der Divarena zunächst ungläubig gerieben haben. Mit bis zum Anschlag aufgedrehten E-Gitarren versetzte er mit seiner Band das Publikum in absolute Feierlaune.

Dass er eher ein Freund der Rockmusik ist, hatte Godoj schon bei seinem Sieg in der Castingshow im Jahr 2008 gezeigt: Mit Titeln von Oasis, U2 oder Linkin Park hatte er die Konkurrenz dominiert. Mit dem Anfangsstück „Genau der Moment“ seiner neuen Platte „V“ startete Godoj gleich voll durch. Harte Gitarrenriffs und treibende Rhythmen dominierten die erste Viertelstunde seines Auftritts. Mit den Tönen seiner „Superstar“-Debütsingle „Love is you“ hatte das glücklicherweise nicht mehr viel zu tun.

Auch ist Godoj schnell nach seinem Casting-Erfolg auf deutschsprachige Texte umgestiegen. Ganz zufrieden war er mit einer Musik jedoch nie, wie er am Samstag erklärte. „Bei Castingshows verkauft sich alles nach Schema F“, sagte er. Er sei bei seinen Aufnahmen immer zu Kompromissen gezwungen gewesen. „Das wollte ich so nicht mehr machen“, erklärte er. Deshalb hat er sein neues Album „V“ über eine Crowdfunding-Aktion finanziert. 55000 Euro hatten seine Fans in die Aufnahme investiert.

Und dem Publikum gefiel die neue Ausrichtung des „Superstars“ auch. Obwohl seine letzten CDs nicht mehr in die oberen Ränge der Charts stiegen, zeigten sich die Besucher am Samstag textsicher und in Tanzlaune. Noch vor dem Auftritt der Vorband „Planet Emily“ hatten sich viele der 200 Fans Plätze in der ersten Reihe gesichert.

Später näherte sich Godoj mit Liedern wie „Das finstere Tal“ wieder mehr an seine Pop-Zeiten an. Und auch textlich erinnerte plötzlich vieles an die aktuellen Radiotrends wie Andreas Bourani oder Mark Forster: viel Pathos und Beschwörung des „Wir-Gefühls“. Dennoch: Mit seinem Auftritt konnte er durchaus zeigen, dass der Titel des „Superstars“ keine Einbahnstraße in die Welt der langweiligen Popmusik ist.