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EBUS-Methode Neues Ultraschall-Gerät in Delmenhorster Krankenhaus

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 01.03.2016, 19:03 Uhr

Mit der EBUS-Methode werden am JHD Deichhorst Lungenerkrankungen behandelt. Die Anschaffung des neuen Gerätes kostete 100.000 Euro.

Während der Gesundheitswoche des Josef-Hospitals Delmenhorst (JHD) referierte Dr. Christof Göbel, Sektionsleiter der Pneumologie, kürzlich über die theoretischen Vorteile des endobronchialen Ultraschalles (EBUS). Seit Dienstag steht dem Pneumologen das Diagnose-Gerät zur Untersuchung von Lungenerkrankungen am Standort Deichhorst zur Verfügung.

Umgebung der Atemwege wird sichtbar

Für 100.000 Euro wurde das EBUS-Bronchoskop angeschafft und dient insbesondere der Tumor- und Lymphknotendiagnostik. „Das Gerät kommt zum Einsatz, wenn beim Patient vergrößerte Lymphknoten und ein auffälliges Röntgenbild vorliegen“, erklärt Göbel. Mit Hilfe des EBUS kann nun bei einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie) die Umgebung der Atemwege untersucht und durch den Ultraschall für den Arzt sichtbar gemacht werden. „Der Patient wird in Schlafnarkose versetzt und bekommt von dem 30-minütigen Eingriff nichts mit“, versichert der Pneumologe.

Das Gerät kann zusätzlich mit einer 20 bis 30 Zentimeter langen Biopsienadel ausgestattet werden, um Gewebeproben für eine histologische Untersuchung zu entnehmen. Somit können die Ärzte überprüfen, ob die Lymphknoten im Brustraum von einer Tumorzelle befallen sind. Die Komplikationen, wie Blutungen oder Infektionen, seien bei solchen Eingriff gering. „Für den Patienten ist die minimal invasive EBUS-Methode eine schonende Untersuchungsform und für das JHD-Deichhorst ein Zugewinn“, betont Mandy Lange, Pressesprecherin des Krankenhauses.

Überweisung an Lungenfacharzt nötig

Für Göbel ist die EBUS-Untersuchungsmethode nicht neu. Er kennt das Verfahren schon aus seiner Zeit am Diakonieklinikum in Rotenburg und rechnet damit, dass es in den kommenden Wochen in Delmenhorst häufiger zum Einsatz kommen wird.

Für diese spezielle Lungenuntersuchung ist im Vorfeld eine Überweisung des Hausarztes an einen Lungenfacharzt nötig. Der Facharzt entscheidet dann je nach Diagnose, ob der Patient zu weiteren diagnostischen Untersuchungen ins JHD Deichhorst überwiesen wird.