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Ehre für Delmenhorster Fotografen Burkhard Jüttners Werke lagern für die Ewigkeit in Paris

Von Jan Eric Fiedler | 12.11.2015, 21:47 Uhr

Das gesamte Ausstellungswerk des Delmenhorster Fotografen Burkhard Jüttner ist seit wenigen Tagen Bestandteil der Bibliothèque nationale de France. Mehr als 200 Jahre sollen die Drucke überdauern.

„Das hat gut getan.“ Mit diesen Worten beschreibt der Delmenhorster Fotograf Burkhard Jüttner die Übergabe von 258 seiner Fotografien an die Bibliothèque nationale de France, das französische Nationalarchiv. In zwei Koffern hat er die Bilder in der vergangenen Woche nach Paris gebracht.

„Eine außerordentliche Sache“

„Das Schöne ist, dass ich weiß, dass sie sehr gut behandelt und auch geachtet werden“, sagt Jüttner. Bei den Bildern handelt es sich um das gesamte Ausstellungswerk des Fotografen, das seit 1971 entstanden ist. Die Bibliothèque nationale de France archiviert in ihrer international angesehenen Sammlung für zeitgenössische Fotografie das Werk der französischen Grafiker und Fotografen und, darüber hinausgehend, das Beste aus den ausländischen Produktionen. „Das ist eine außergewöhnliche Sache für einen deutschen Fotografen“, meint Jüttner.

Kuratorin wollte das Gesamtwerk

In den vergangenen Jahren hat Jüttner nach langer Zeit wieder Paris besucht und ist dort mit Kuratorin Heloise Conésa in Kontakt getreten. Schon seit den 1970er Jahren lagern einige von Jüttners Fotos in dem Archiv. „Jetzt wollte sie mein Gesamtwerk“, berichtet er.

Während des Studiums erstmals Paris besucht

Mit Frankreich verbindet der Fotograf eine besondere Beziehung: Während des Studiums der Fotografie in Köln hat der 1952 in Delmenhorst geborene Jüttner erstmals Paris besucht. „Am ersten Abend habe ich mich gefragt, was ich da fotografieren soll. Einen Tag später hatte ich schon zwei Filme voll“, berichtet er. In diesem Moment habe es „Klick“ gemacht und die Fahrten nach Frankreich gehörten während seines Studiums zum festen Programm, auch seine Abschlussarbeit hat er dort erstellt.

Erste Ausstellungserfolge in Frankreich

Im Anschluss feierte er in Frankreich auch seinen künstlerischen Durchbruch: „Die Franzosen haben mich recht früh entdeckt.“ So war eines seiner Fotos auch bei der Eröffnungsausstellung des Centre Pompidou 1977 in Paris zu sehen. „Erst später schlug das dann nach Deutschland zurück“, erinnert er sich.

Fotografien sollen 200 Jahre halten

Um die Fotos „museumsfest“ zu machen, war ein hoher Druckaufwand nötig. „Normale Abzüge halten je nach Qualität zwischen zehn und 70 Jahren. Bei den Abzügen meiner Bilder ist eine Haltbarkeit von mehr als 200 Jahren garantiert.“ Dass für sein Lebenswerk jetzt gut gesorgt wird und es auch in hunderten von Jahren wahrscheinlich noch betrachtet werden kann, ist für Jüttner ein beruhigender Gedanke. Auch deshalb habe die Übergabe gut getan: „Man übergibt einen großen Teil seines Lebens. Die Bilder sind eine Autobiografie.“