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Ehrenamtliche gesucht Delmenhorster Kinderschützer auf neuem Kurs

Von Heike Bentrup, Heike Bentrup | 05.07.2016, 08:31 Uhr

Nach turbulenten Zeiten ist im Kinderschutzbund Delmenhorst wieder Ruhe eingekehrt. Jetzt sind die Mitglieder auf der Suche nach weiteren Ehrenamtlichen, um der zunehmenden Nachfrage gerecht zu werden.

Die schwierigen Zeiten sind vorbei, jetzt hat das Schiff das Trockendock verlassen und ist gerüstet für den neuen Kurs. So umschreibt der Vorsitzende des Ortsverbandes Delmenhorst im Kinderschutzbund, Jörg Bernhardt, die Perspektiven für die Zukunft des Vereins. Nach einem stürmischen Jahr 2013, das den Kinderschutzbund auch wirtschaftlich in eine Schieflage gebracht hat, ist den Mitgliedern in den folgenden beiden Jahren die Konsolidierung gelungen und mit ihr die programmatische Neuausrichtung.

Erlebnistages der Renner

Dass sich der eingeschlagene Weg bewährt hat, belegt der große Zuspruch auf die Angebote. „Beispielsweise der kostenlose Erlebnistag wird immer gut angenommen“, so der Vereinsvorsitzende. „Allein zur Werksbesichtigung bei Mercedes waren 14 Kinder dabei“, berichtet die stellvertretende Vereinsvorsitzende Helga Kattinger. Aber auch die Führung durch die Technik der Grafttherme, der Melkhus-Besuch und die Kräuterwanderung waren Events, die bei den Mädchen und Jungen ankamen. „Wir wollen den Kindern zeigen, dass es auch außerhalb der virtuellen Welt am PC Interessantes zu entdecken gibt“, berichtet Helga Kattinger.

Eltern als Multiplikatoren

Die Erlebnistage sind jedoch nur ein Teil des vielfältigen Angebotes, das beispielsweise auch die Alleinerziehenden-Gruppe beinhaltet. „Dabei geht es uns darum, die alleinerziehenden Mütter und Väter im geschützten Raum zu unterstützen“, betont Jörg Bernhardt. In die gleiche Richtung zielen auch die Elternkurse und die Erziehungsberatung, die im Verein von Dagmar Bernhardt übernommen werden. Sie hat, ebenso wir ihr Mann, eine Mediatorenausbildung absolviert und ist als pädagogische Leiterin im Verein tätig. „Die Eltern fungieren als Multiplikatoren, es kommen mittlerweile verstärkt auch Großeltern, die Hilfe suchen“, beobachtet Dagmar Bernhardt. Zu einem Selbstläufer hat sich nach Angaben des Vorstands auch das themenbezogene Kochen mit Kids entwickelt, bei dem vermittelt wird, dass es „ein Leben jenseits der Tütensuppen“ gibt. „Angesprochen sind aber auch Eltern, die ohnehin gerne kochen und die Gemeinschaft schätzen“, berichtet Jörg Bernhardt.

Kooperation mit Schulen

Komplettiert wird das Angebot durch die Hausaufgabenhilfe. „Dieser Schwerpunkt verlagert sich aber aufgrund der Ganztagsbetreuung an Schulen zunehmend“, hat der Vereinsvorsitzende beobachtet. Immer stärker nachgefragt worden seien demgegenüber in der Vergangenheit die Deutschkurse für Kinder mit Migrationshintergrund. „Hier haben wir auch positive Rückmeldungen aus den Schulen“, erzählt Bernhardt. Daher wollten die Vereinsmitglieder seinen Worten zufolge hier am Ball bleiben und auch künftig mit den Schulen kooperieren.

Weitere Familien benötigt

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt des Kinderschutzbundes als freier Jugendhilfeträger sind der sogenannte begleitete Umgang und die Inobhutnahme von Kindern. „Um flexibler reagieren zu können, wenn Kinder untergebracht werden müssen, benötigen wir dringend noch ein oder zwei Familien“, berichtet Dagmar Bernhardt. Diese sollten kinderlieb und flexibel sein, über Zeit verfügen und den Platz haben, um ein Kind unterzubringen.

Personell an de Grenze

Aber auch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dringend gesucht. „Noch schaffen wir personell alles und die Arbeit macht Spaß, aber unsere Ressourcen sind begrenzt, einen ,Ehrenamts-Burnout‘ können wir uns nicht erlauben“, macht Jörg Bernhardt deutlich. Interessenten können sich projektbezogen einbringen oder eigene Vorschläge machen. Oberstes Ziel bei allen Aktivitäten ist nach Worten des Vereinsvorsitzenden die Durchsetzung der Kinderrechte. „Das ist auch satzungsmäßig verankert“, erklärt Jörg Bernhardt und verweist auf den Vereinszweck, der besagt unter anderem, dass die Kinder ein Recht auf Bildung, Entwicklung, Gesundheit, Bewegung, Spielen, Teilhabe und Inklusion haben. Wer sich hier ehrenamtlich engagieren möchte, ist willkommen. „Der schönste Lohn für den Einsatz sind leuchtende Kinderaugen“, so Helga Kattinger.

Weitere Infos unter der Telefonnummer (04221) 13636 oder per E-Mail unter dksb_delmenhorst@web.de.