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Ein Delfin soll helfen Delmenhorsterin Nina Bohne wünscht sich besondere Therapie

Von Jasmin Johannsen | 05.10.2016, 08:33 Uhr

Eins von 2000 Kindern in Deutschland wird mit einem „offenen Rücken“ geboren. Nina Bohne ist selbst betroffen und hofft, dass eine Delfin-Therapie ihre Beschwerden lindern kann.

Delmenhorst. „Ich habe von klein auf gekämpft“, sagt Nina Bohne. „Nur in letzter Zeit geht es mir immer schlechter.“ Die Delmenhorsterin ist 37 Jahre alt und mit einem „Offenen Rücken“, einer „Spina bifida“, geboren. Seit ihrer Geburt wurde Nina rund 15 Mal operiert. Durch hormonelle Störungen verschlechterte sich ihre Situation in den vergangenen Jahren. „Dadurch zieht sich Nina immer weiter zurück“, weiß ihre Mutter Ute Bohne, die die Tochter pflegt. Schon Ninas Start in das Leben sei dramatisch gewesen, erzählt die Mutter. Bei dem Kaiserschnitt wurden ihr beide Beine gebrochen. Kurz darauf wurde die Diagnose „Spina bifida Myelozele“ gestellt. Den Eltern wurde gesagt, dass Nina keine Chance zum Überleben hätte. „Von Operationen wurde uns abgeraten“, erinnert sich Ute Bohne. „Wir wussten nie, wie der nächste Tag wird.“

Fehlbildung geht mit Lähmung einher

Der „Offene Rücken“ ist eine Fehlbildung der Wirbelsäule, die während der Embryonalentwicklung auftritt. Die Wirbelsäule verschließt sich dabei nicht ganz, sodass die im Wirbelkanal verlaufenden Nerven sackförmig aus dem Rücken vorwölben. „Bei Nina sitzt die Ausstülpung im mittleren Rückenbereich, deswegen ist sie von dem Bauchnabel abwärts gelähmt“, erklärt Ute Bohne. Ein Ventil verringert den Druck auf das Gehirn und pumpt zusätzliches Hirnwasser ab. Dazu hat Nina eine Sprachstörung entwickelt, und ihre Hände sind durch Spastiken eingeschränkt. „Bis in mein Jugendalter habe ich deswegen mehrere Therapien absolviert, die mein Leben auch leichter gemacht haben“, erzählt Nina. Deshalb konnte sie eine Schule besuchen und ist in einer Behindertenwerkstatt als Bürokraft angestellt.

Delfin-Therapie ist Herzenswunsch

Zur Arbeit könne sie nun aber immer seltener erscheinen. Das läge an ihren hormonellen Störungen, die oft in Depressionen enden würden. „Wir haben schon viele Therapiemöglichkeiten versucht, aber bis jetzt hat nichts zur Besserung geführt“, erzählt die Mutter. Auf der Suche nach verschiedenen Behandlungsmethoden sei Ute Bohne dann auf die Delfin-Therapie gestoßen. Schnell entwickelte sich die Therapie zu einem Herzenswunsch der 37-Jährigen. Der Verein „Dolphin-Aid“ sieht ebenfalls Anlass zur Behandlung. „Von der Therapie verspreche ich mir meine Sprachstörung zu verbessern und die Depressionen in den Griff zu bekommen“, erzählt Nina. „Nur ist die zweiwöchige Delfin-Therapie mit Kosten von 12000 Euro verbunden, die ich selber nicht zahlen kann.“ Auch von der Krankenkasse erhält sie keine Unterstützung. Deswegen hat „Dolphin-Aid“ ein Spendenkonto auf Nina Bohnes Namen eingerichtet.

Weitere Informationen hierzu unter www.dolphin-aid.de .