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Einbruch im Gesundheitswesen Agentur erwartet für Delmenhorst 2019 starken Arbeitsmarkt

Von Frederik Grabbe | 04.01.2019, 20:05 Uhr

2018 dürfte als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die Arbeitslosigkeit in Delmenhorst rekordverdächtig niedrig lag. Zuletzt nahm die Arbeitslosenzahl hauchzart zu. Trotzdem stehen die Aussichten für 2019 gut.

Der Delmenhorster Arbeitsmarkt hat im Winter leicht an Fahrt verloren. Die Arbeitslosenzahl stieg leicht an. Dennoch bleiben die Delmenhorster Daten vergleichsweise stark – und 2019 wird erneut ein gutes Jahr erwartet. Diese Einschätzung hat Karin Kayser, Leiterin der hiesigen Agentur für Arbeit, gestern abgegeben.

Rekordverdächtiges Jahr

2018 dürfte als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die Arbeitslosigkeit in Delmenhorst rekordverdächtig niedrig lag: Auf 8,3 Prozent sank die Arbeitslosenquote im November. Im Dezember betrug sie 8,5 Prozent, 3324 Männer und Frauen waren arbeitslos, also leicht mehr, als im Vormonat (+71). Schlägt man in den Stadtstatistiken nach, liegt das in etwa auf dem Niveau von 1992, als die Arbeitslosigkeit bei 8,8 Prozent lag.

Starker Arbeitsmarkt erwartet für 2019

Den hauchzarten Abschwung im Dezember erklärte Kayser mit wintertypischen Entwicklungen: Bei Außenberufen, wie im Gartenbau, würden häufiger Kündigungen ausgesprochen, das Weihnachtsgeschäft sei vorüber und viele befristete Verträge endeten am Jahresende. Diese Zwischenflaute werde sich vermutlich weiter über die kalten Monate Januar und Februar erstrecken. „Trotzdem erwarten wir im neuen Jahr einen Aufwärtstrend“, so Kayser. Anlass zu dieser Hoffnung geben der Agentur bundesdeutsche Prognosen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Kurios: Stellen im Gesundheitswesen brechen ein

Auffällig aber ist: Die Delmenhorster Entwicklungen entsprechen nicht dem Trend. Im Gesamt-Agenturbezirk Oldenburg-Wilhelmshaven hat die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2 Prozent zugenommen. In Delmenhorst ist sie aber um 0,1 Prozent (-29) auf insgesamt 20.525 gesunken. Besonders im Gesundheitswesen, darunter fallen Apotheker, Arzthelfer oder Krankenpfleger, brachen extrem viele Stellen weg (-181). Besonders Frauen und Teilzeitkräfte waren betroffen. Nun kommen die Beschäftigungszahlen bei der Agentur mit sechs Monaten Verzögerung an, bilden also den Juni 2018 ab. Möglich also, dass sich die Kündigungswelle des ehemals in der Insolvenz steckenden Krankenhauses auswirkt: Am 9. März 2018 verteilte das JHD beim „Black Friday“ 130 Kündigungen. Einen Zusammenhang konnte Kayser aber nicht sicher bestätigen.

Mittlerweile scheint sich das Segment wieder erholt zu haben: 741 Stellen standen insgesamt zuletzt in Delmenhorst offen, die zweitmeisten im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (140) hinter der Produktion und Fertigung (294).