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Eine Eiche fiel illegal Ärger um gefällte Eichen am Hasporter Damm in Delmenhorst

Von Michael Korn | 27.09.2017, 10:26 Uhr

Für zwei der stadtbildprägenden Eichen lag eine Fällgenehmigung der Stadt vor, weil die eine krank war und die andere zu nahe an einer Garage stand. Der dritte Baum hätte stehen bleiben müssen.

Am Hasporter Damm sind am Wochenende zum Verdruss vieler Bürger drei stadtbildprägende Eichen gefällt worden. Das Privatgrundstück mit den einst stattlichen Baumriesen befindet sich zwischen McDonalds und dem neuen Ärztezentrum. Die Stadt bestätigte auf dk-Nachfrage die teils genehmigte, teils aber auch illegale Abholzaktion.

Wie Rathaus-Sprecher Timo Frers mitteilte, wurden insgesamt drei Eichen gefällt beziehungsweise stark zurückgeschnitten. Für eine der Eichen sei im Dezember 2016 eine Fällgenehmigung erteilt worden. Grund für die Ausnahmegenehmigung nach der städtischen Baumschutzsatzung seien die absterbende Krone, die nicht mehr vorhandene Bruchsicherheit und eine Faulung am Stammfuß gewesen. Die Genehmigung sei mit der Auflage zur Pflanzung von Ersatzbäumen erteilt worden.

Ordnungswidrigkeitsverfahren wird eingeleitet

Einer der Bäume fiel den Angaben zufolge nicht unter die Baumschutzsatzung, da sich der Baum etwa 3,5 Meter entfernt von einer Garage befindet. Gemäß Paragraf 3 der Baumschutzsatzung sind jedoch Bäume, die einen Abstand von weniger als fünf Metern zu zugelassenen baulichen Anlagen aufweisen, nicht geschützt.

Wie Frers weiter mitteilte, stand die dritte gefällte Eiche gemäß Baumschutzsatzung unter Schutz und durfte nicht ohne Weiteres beseitigt werden. „Daher wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet“, so der Stadt-Sprecher. Laut niedersächsischer Gemeindeordnung droht dem Verursacher eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro.

In diesem Jahr mehr als 120 Bäume betroffen

Im Stadtgebiet wird jährlich – und ganz legal – ein ganzer Wald umgesägt, wenn man die einzelnen Fällgenehmigungen zusammen nimmt. Zu den dutzenden Privatanträgen kommen im Winterhalbjahr noch etliche städtische Abholzaktionen hinzu – hierbei handelt es sich in der Regel um Schutzmaßnahmen bei kranken oder beschädigten Bäumen an Straßen und öffentlichen Gebäuden wie vor allem an Schulen und Kitas. In diesem Jahr waren mehr als 120 Bäume betroffen.

Laut Baumschutzsatzung sind Laubbäume (mit Ausnahmen wie Birken) ab einem Stammumfang von einem Meter geschützt. Fällgenehmigungen können etwa bei gefährdeter Sicherheit, aber auch bei unzumutbarer Beschattung und Nachbarschaftsrechten erteilt werden.