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Eingereist, um Einbrüche zu begehen Prozess um Einbruchsserie wird am 17. Juli fortgesetzt

Von Ole Rosenbohm | 04.07.2017, 20:20 Uhr

Bargeld, Goldmünzen, teurer Schmuck, Pelze – die Diebe nahmen, was wertvoll war: Gegen einen mutmaßlichen Einbrecher, der in Serie Wohnungen in Delmenhorst, Stuhr und Bremen ausräumte, läuft gerade ein Prozess vor dem Oldenburger Landgericht.

Ein weiterer Verdächtiger ist flüchtig, gegen einen dritten wird in einem anderen Prozess verhandelt. Dem derzeit in Untersuchungshaft sitzenden angeklagten Albaner drohen mehrere Jahre Gefängnis.

Eingereist, um Einbrüche zu begehen?

Stimmt der Vorwurf, ist der Mann allein nach Deutschland gereist, um Einbrüche zu begehen. Erst tauchte er im Winter vor eineinhalb Jahren auf, ein zweites Mal eine dunkle Jahreszeit später. In den Tagen vor den Taten spähte er die Wohnung aus, abends oder in der Dämmerung schlug er zu, wurde an den ersten beiden Prozesstagen offenbar. Die Opfer befanden sich im Urlaub, manchmal aber auch nur beim Einkaufen.

Polizisten kommen Mann mit Peilsendern auf die Spur

Die Polizei war ihm lange auf der Spur. Weil er aber im Frühjahr 2016 wieder ausreiste, verloren die Ermittler die Fährte – bis er im vergangenen Herbst wieder auftauchte. Als er an einem Tag im November 2016 gleich viermal zuschlug, wurde er festgenommen – die Beute noch im mit Peilsendern bestückten Auto. Die Beamten wussten so immer, wo er sich befand.

18 Taten sind angeklagt

18 Taten sind angeklagt. Zwar werden noch mehr Einbrüche mit ihm in Verbindung gebracht, die Beweislage scheint allerdings nicht immer ausreichend für eine Anklage zu sein. Ohnehin lassen sich auch alle jetzt vorgeworfenen Taten wohl kaum beweisen. Eine ließen Gericht und Staatsanwaltschaft schon am ersten Prozesstag fallen, weil sich der Zeuge – der Nachbar eines Einbruchsopfers – ihn auf Bildern nicht hundertprozentig erkannt hatte.

Täter gibt sechs Einbrüche zu

Aber sechs Einbrüche hat der Mann zugegeben: die Serie an dem einen Tag sowie Brüche, bei denen seine Bluttropfen eine Beteiligung bewiesen. Gericht und Staatsanwaltschaft boten ihm gegen ein Geständnis von mindestens zwei weiteren Taten bereits vier bis viereinhalb Jahre Haft an. Doch das war dem Angeklagten zu hoch. So wird jetzt vor Gericht Fall für Fall aufgerollt – das nächste Mal am 17. Juli. Am 3. August soll ein Urteil gesprochen werden.