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Einige Anstöße schon in Arbeit Neues Führungsgespann bei Delmenhorster Stadtbücherei

Von Frederik Grabbe | 06.09.2016, 15:57 Uhr

Neuer Eingangsbereich, ein Literaturfestival mit Abstecher nach Delmenhorst, Bundesmittel für Kinderprojekte: Seit einer Woche ist Anika Schmidt als neue Leiterin der Stadtbücherei schon im Amt und hat schon einige Projekte angestoßen. Schmidt wurde zusammen mit Ulrike Schönherr als neue Verantwortliche für den Kinder- und Jugendbereich zusammen vorgestellt worden.

Ihre wichtigste Eigenschaft – neben der fachlichen Expertise natürlich – dürfte ihr Regionalbezug sein: Am Dienstag ist Anika Schmidt als die neue Leiterin der Stadtbücherei vorgestellt worden. Schmidt wohnt in Groß Mackenstedt und hat vorher 13 Jahre an der Bremer Stadtbibliothek gewirkt. Ihre Vorstellung unternahm der Fachdienstleiter Kultur, Uwe Starkbauer, zusammen mit Hero Mennebäck, seit einer Woche kommissarischer Fachbereichsleiter für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur. Starkbauers Erwähnung dieser regionalen Verbundenheit Schmidts klang fast schon dankbar. „Zuletzt war in der Stadtbücherei ja einiges in Bewegung.“ Nachdem Günther Wetzig im Oktober vergangenen Jahres nach 25 als Leiter in den Ruhestand ging, folgte Petra Beck mit einem „kurzen Intermezzo“ , wie Starkbauer sich ausdrückte.

Zuletzt 13 Jahre lang in Bremen

Die Verwaltung musste neu ins Auswahlverfahren starten. Mit Anika Schmidt ist eine Lösung gefunden worden, die die Beteiligten zufriedenstellt. Die 35-Jährige arbeitete zuletzt 13 Jahre lang als Fachangestellte bei der Bremer Stadtbibliothek in der Zweigstelle in Vahr und war zehn Jahre stellvertretende Leiterin der Kinderbibliothek. Ihr Studium zur Bibliothekarin absolvierte sie bis 2015 berufsbegleitend. Zuletzt war sie generell für das Networking für den Kinder- und Jugendbereich zuständig und hatte beispielsweise das Marketing in der Hand und war für das Eintreiben von Drittmitteln und Sponsorengeldern verantwortlich.

Stadt schafft mit wenig Mitteln viel

„Delmenhorst hat ein eher durchwachsenes Image, was ich aber nicht nachvollziehen kann“, sagt sie zu ihrem neuen Umfeld. „Mit wenig Mitteln viel auf die Beine stellen zu müssen“, so beschreibt sie die Herausforderung in der städtischen Kulturarbeit und fügt den Zusatz hinzu: „Und das kenne ich schon.“ Auch wenn Schmidt jetzt erst einmal viel „sehen, verstehen, Abläufe sichten“ muss, wie sie sagt, gibt es schon einige Anstöße:

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  • So soll etwa der Eingangsbereich der Stadtbücherei einladender gestaltet werden. „Die Aufenthaltsqualität in Büchereien wird immer wichtiger, der Erfolg des Hauses lässt sich nicht nur an der Zahl der Ausleihen ablesen“, sagt sie. „Man soll sich auch Wohlfühlen.“
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  • Zudem will Schmidt das Medienpädagogische Zentrum (MPZ) besser vermarkten, denn hier lagerten „echte Schätze“.
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  • Am 28. November wird das Bremer Literaturfestival „Globale“ erstmals mit einem Standort in Delmenhorst vertreten sein. Die Schulen werden gerade für eine Teilnahme kontaktiert, so Schmidt.
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  • Und: zusammen mit Ulrike Schönherr, die ab 1. Oktober in Delmenhorst startet und den Kinder- und Jugendbereich leiten wird, aktuell steht sie im Dienst der Stadtbücherei Münster, hat Schmidt Bundesmittel über 17.000 Euro aus dem Programm „Kultur macht stark“ beantragt und will das Projekt „Delmenhorster Bücherhelden“ starten: „Kinder drehen kurze Videos, in denen sie bestimmte Buchtitel vorstellen werden“, erläutert Schönherr. Das Projekt soll in den Osterferien beginnen. Partner ist der Deutsche Kinderschutzbund.

Hoferichter tritt am 1. Oktober ab

Und noch eine Nachricht gibt es aus der Stadtbücherei: Birgit Hoferichter, zuletzt kommissarische Leiterin und davor stellvertretende Leiterin, wird sich nach 40 Jahren in den Ruhestand verabschieden. „Ich gehe mit einem beschwingten Herz“, sagt sie mit Blick auf ihre Nachfolgerinnen.