Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Einsatz in vier Ländern Delmenhorster Soldaten nach sieben Monaten zurück

Von Sascha Sebastian Rühl | 24.05.2018, 20:30 Uhr

Die meisten Einsatzsoldaten erlebten Weihnachten im Krisengebiet. Alle Delmenhorster Soldaten sind unversehrt nach Delmenhorst zurückgekehrt.

Mit einem feierlichen Rückkehrerappell sind am Donnerstagnachmittag 159 Soldaten des Logistikbataillons 161 in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne in der Heimat begrüßt worden. Der Großteil von ihnen war in Afghanistan und im Kosovo, wenige aber auch im Nordirak oder in Mali im Einsatz.

Verstreut auf drei Kontinente

Kommandeur Oberstleutnant Stephan Fey betonte, dass sein Bataillon in alle Himmelsrichtungen verstreut war – in Afrika, Asien, Europa und Deutschland. „Sie können stolz auf sich sein – ich bin es“, lobte er seine Soldaten.

Kommandeur mit Arbeit zufrieden

Lob sprach der Kommandeur auch dem „Team Heimat“ aus, den am Standort verbleibenden Soldaten. „Ich bin begeistert von der Arbeit und dem Zustand dieses Schiffes“, sagte Fey und meinte sein Bataillon. Sein Dank galt neben den Angehörigen auch dem dk, dass den Soldaten im Einsatz kostenlos Zugang zu lokalen Nachrichten im Netz verschaffte.

Lob für den Einsatz

Lob für den Einsatz kam auch von Kapitän zur See Peter Schneider und Oberbürgermeister Axel Jahnz. „Mensch nochmal, bin ich froh“, freute sich Jahnz über die Rückkehr der unversehrten Soldaten.

Leben auf acht Quadratkilometern

Von September bis März war Kapitänleutnant Maik Stein quasi eingesperrt. Nur einmal hat er im Auslandseinsatz das vier mal zwei Kilometer große Lager verlassen können – für Schießübungen. „In Kontakt mit den Einheimischen bin ich nur durch Afghanen gekommen, die als Reinigungskräfte angestellt waren“, sagt der 39-Jährige.

Pistole immer dabei

Das Leben in Afghanistan war für Maik Stein mit Entbehrungen verbunden. „Zu Weihnachten gab es Gans und Ente, aber es ist blöd wenn die Familie zuhause am Baum sitzt.“ 24 Stunden am Tag trugen die Delmenhorster eine Pistole, von Montag bis Samstag wurde von acht bis acht gearbeitet. In Containereinheiten waren bis zu 36 Soldaten untergebracht. „Die meisten kamen aus Deutschland, den USA, Holland oder vom Balkan.“

Zwei-Dosen-Regel im Lager

„In der Freizeit haben die meisten Sport gemacht“, erzählt der Berufssoldat Maik Stein, der sich in Afghanistan um das Personalwesen kümmerte. Auch Internet sei verfügbar gewesen. Die Verpflegung im Lager umfasste zwei Versorgungsbetriebe, in denen es auch Pizza, Schnitzel oder Currywurst gab. „Es galt die Zwei-Dosen-Regel“, erzählt Stein. Zwei Dosen Bier pro Abend durften die deutschen Soldaten trinken. Soldaten anderer Nationen keinen Tropfen.

Hin- und Rückweg nicht so leicht

Zu Zwischenfällen sei es glücklicherweise nicht gekommen. Lediglich beim Transport und Abtransport habe es Probleme gegeben, sagte sowohl Maik Stein, als auch Stephan Fey. Manchmal hätte viermal die Fahrt zum Flughafen angetreten werden müssen, wo die Amerikaner für den Transport sorgten. „In unseren Maschinen sind wir nicht so geschützt, wie wir das gerne hätten“, sagt Stein als Grund für die „Fahrgemeinschaft“ der USA.