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EM-Jubel auf der Straße Polizei Delmenhorst bremst bei Autokorsos

Von Michael Korn | 27.06.2016, 20:55 Uhr

Die Delmenhorster Polizei bremst nach deutschen EM-Siegen überschäumende Freude autofahrender Fußballfans: Zur Gefahrenabwehr für die Jubelfeier der unmotorisierten Fanmassen sperren Beamte den Bereich der Bahnbrücke Stedinger Straße/Ebert-Allee unkmittelbar nach den Spielen für den Fahrzeugverkehr ab.

Ausgelassener Freudentaumel kennt seine Grenzen - das mussten etliche Delmenhorster Fußballfans erfahren, die sich mit ihren Autos nach dem deutschen EM-Sieg am Sonntag in Richtung Innenstadt aufmachten und dann von Polizeisperren ausgebremst und umgeleitet wurden. Im Internet beklagten sich zahlreiche Anhänger über das Einschreiten der Ordnungskräfte. Auf dk-Nachfrage begründete die Polizei ihr Vorgehen mit Gefahrenabwehr für die unmotorisierten Fans im Bereich der Haupt-Partymeile an der Bahnunterführung Stedinger Straße/Ebert-Allee.

Netz reagiert empört

Die Kommentare im Netz waren eindeutig: „Wird uns denn hier gar nichts mehr erlaubt? Also lasst uns doch friedlich feiern und hört auf, die Straßen zu sperren nach einem gewonnen K. o.-Spiel.“, heißt es da, oder: „Wir sind extra von Menkens dahin gefahren, um unsere Nationalelf zu feiern und man wird so derbe enttäuscht.“ Die Polizei möchte alles andere als Spielverderber sein, wie Pressesprecherin Melissa Oltmanns versicherte. Es gehe ausschließlich um die Gewährleistung der Sicherheit für die feiernden Passanten , die dann bei größerem Aufkommen auch feiernd auf die Fahrbahn träten. Am vergangenen Sonntag hätten Beamte den Bereich der Unterführung von 19.45 bis gegen 21.45 Uhr für den Fahrzeugverkehr gesperrt, um rund 100 Fußballfans dort zu schützen.

Fünf Absperrungen

Es gebe fünf Absperrungen, wie sie nach einem möglichen deutschen Sieg am kommenden Samstag ebenfalls veranlasst werden: Stedinger Straße /Höhe Wollepark (mit Umleitung über das Jute-Center), Friedrich-Ebert Allee/Höhe Koppelstraße, Fischstraße/Wittekindstraße, Nordwollestraße und Weberstraße. Oltmanns sagte, ein über die Sperrungen hinausgehendes Einschreiten der Polizei sei in der Regel nicht erforderlich . Alles verlaufe ausgelassen, aber friedlich. In den angrenzenden Seitenstraßen dürfe auch geparkt werden, um zur Feierzone der Bahnbrücke zu gelangen.