Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Empfang im Wissenschaftskolleg In Delmenhorster Institut tief ins Gehirn geschaut

Von Dirk Hamm | 24.01.2016, 09:00 Uhr

Rund 250 Gäste sind zum Neujahrsempfang des Hanse-Wissenschaftskollegs erschienen. 76 Gastwissenschaftler aus aller Welt haben 2015 am Institut geforscht.

Das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) am Lehmkuhlenbusch hat sich auch im vergangenen Jahr als eine attraktive Forschungseinrichtung für Wissenschaftler aus der ganzen Welt erwiesen: 76 Gastwissenschaftler, Fellows genannt, aus 18 Ländern sind im vergangenen Jahr im HWK ihren Forschungen nachgegangen. Diese Zahl hat der Rektor des Instituts, Reto Weiler, am Freitagabend beim Neujahrsempfang des HWK verkündet. Als „bemerkenswert“ hob der Schweizer die Tatsache hervor, dass 2015 erstmals ebenso viele weibliche wie männliche Forscher im HWK weilten.

Wissenschaftler bilden am HWK „Gespinst auf Zeit“

Rund 250 Gäste waren der Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt. Da der Hörsaal nur gut die Hälfte dieser Besucherzahl fasst, konnte der sich an den Sektempfang anschließende Gastvortrag per Videoübertragung auch im Bistro verfolgt werden. Neben Mitgliedern des Wissenschaftsbetriebs kamen an den Stehtischen im Foyer auch zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens miteinander ins Gespräch, darunter Oberbürgermeister Axel Jahnz und die örtliche Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag.

„Hirngespinste“ hatte das HWK in diesem Jahr als Leitthema für den Neujahrsempfang gewählt, auf die Neurowissenschaften als einen der Forschungsschwerpunkte des Wissenschaftskollegs anspielend. Reto Weiler griff in seiner Begrüßungsrede den Ball auf: „Das HWK ist ein real existierendes Hirngespinst. Die Wissenschaftler bilden, wenn sie hier zusammenleben, ein Gespinst auf Zeit.“

Komplexität des Gehirns verstehbar gemacht

Dass große Fortschritte in der Erforschung des menschlichen Gehirns alles andere als ein Hirngespinst sind, wurde beim Vortrag des Münchner Neurobiologen Professor Andreas Herz deutlich. Herz stellte einige Modelle vor, mit denen die immense Komplexität des Gehirns verstehbar gemacht werden kann. Den Vorstellungen einiger seiner Kollegen, die neuronalen Verschaltungen im Gehirn ließen keinen Raum für die Willensfreiheit, erteilte er eine Absage: Die Übertragung der Reize im Denkapparat sei von Zufallsprozessen bestimmt.