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Empfehlung Stadt Delmenhorst soll Wohnungsmarktstrategie forcieren

Von Frederik Grabbe | 15.06.2018, 17:03 Uhr

Mehr Bauland, mehr Einwohner, bessere Wohnangebote: Die Kommunale Prüfungsgesellschaft KGST hat die Struktur der Delmenhorster Stadtverwaltung unter die Lupe genommen. Sie empfiehlt eine übergeordnete, aufs Wohnen fokussierte Handlungsstrategie.

Die Stadt Delmenhorst soll ihre Wohnungsmarkt- und Baulandstrategie forcieren. So lautet eine Empfehlung der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGST) aus Köln für die Stadt, die am Donnerstag im Stadtrat ausgesprochen worden ist. Wie die Beraterinnen Stephanie Vogel und Klaudia Wergen darlegten, hat die KGST in den vergangenen Monaten die Struktur der Stadtverwaltung unter die Lupe genommen. Dabei ist unter anderem herausgekommen, dass die Stadt eine Vielzahl an Fachkonzepten hat – wie etwa das Integrierte Stadtentwicklungskonzept – diese aber oft nebenher existieren, und nicht einer übergeordneten Handlungsgrundlage unterliegen.

Wohnen, Wirtschaft, Sozialstruktur

Wohnbevölkerung hinzugewinnen, Delmenhorster in der Stadt halten und den Wohn- und Lebensstandard verbessern, empfiehlt die KGST als eine solche oberste Handlungsgrundlage. Als ebenfalls wichtig, aber untergeordnet, sahen es die Prüferinnen an, die Stadt für Unternehmen attraktiver zu gestalten und ihre Sozialstruktur zu stärken.

 (Weiterlesen: Dünne Luft am Baulandhimmel in Delmenhorst) 

Verwaltung und Politik sind nun aufgefordert, in den kommenden Monaten ein genaues Oberziel festzulegen und zu formulieren.

Fokus auf Bauland erhält Gegenwind

Diese Fokussierung auf das Wohnangebot durch die KGST wurde durchaus kritisch betrachtet: Laute Zweifel äußerten etwa Andreas Neugebauer (SPD & Partner), Eva Sassen und Thomas Kuhnke (Bürgerforum/Freie Wähler/Unger), Marlies Düßmann (Grüne) und Edith Belz (Die Linke). Frauke Wöhler äußerte die Hoffnung auf mehr Steuereinnahmen durch ein breiteres Wohnangebot, Kristof Ogonovski (CDU) lobte die Arbeit der Prüferinnen und nannte die Vorstellung einen „Apettithappen“. Die Ratsleute erhalten bald eine Vielzahl von Einzelberichten, worin die KGST die Bestandsaufnahme der Prüfung und die Empfehlungen für Verbesserungen expliziter formuliert hat.