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Ende nach 23 Jahren Henry Grimm veranstaltet letzten Trödelmarkt in Delmenhorst

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 04.11.2016, 08:31 Uhr

Seine Trödelmärkte waren eine Institution in Delmenhorst: Nach 23 Jahren im Trödel-Geschäft lädt Henry Grimm am Sonntag, 6. November, zum letzten Basar ins „Com.media“.

„Mir wird nichts zu viel. Ich kann arbeiten bis zum Gehtnichtmehr.“ So beschreibt sich Henry Grimm. Wer ihn bei einem seiner Basare erlebt hat, kann das bestätigen. Seit 23 Jahren ist Grimms Name in Delmenhorst untrennbar mit seinen Trödelmärkten verknüpft. Dennoch ist nun Schluss damit: Am kommenden Sonntag, 6. November, lädt Grimm von 9 bis 15 Uhr zum letzten Mal ins Veranstaltungszentrum Com.media auf der Nordwolle.

Abgang nicht ganz freiwillig

„Die Märkte im Com.media sind mit die liebsten. Es ist eine großartige Halle. Sie hat ein wunderbares Ambiente“, betont Grimm im Gespräch mehrfach. „Man merkt an meiner Betonung, wie sehr ich es bedauere, dass ich dort nicht mehr weitermachen kann“, sagt er nach einiger Zeit. So ganz freiwillig ist sein Abschied aus dem Trödel-Geschäft also nicht: Das Com.media wird nicht mehr für Veranstaltungen vermietet. Dies nahm er zum Anlass im Alter von 82 Jahren sein zweites Berufsleben an den Nagel zu hängen. (Weiterlesen: Ungewisse Zukunft für Veranstaltungssaal in Delmenhorst )

Schon immer ein Organisationstalent

Begonnen hat Grimm mit den Märkten nämlich zu einem Zeitpunkt, an dem andere Menschen eigentlich kürzer treten: Mit dem Eintritt in den Ruhestand. „Ich war mit 59 Jahren ein junger Ruheständler“, sagt der ehemalige Beamte bei der Bundeswehr. Er habe schon immer gerne organisiert, beispielsweise als Ehrenamtlicher im Sportverein. „Diese Veranlagung bleibt. Die geht ja nicht weg, wenn man in den Ruhestand geht.“ Also kam die Idee mit den Märkten auf.

Auch Gartenschau veranstaltet

Seine erste Veranstaltung war 1993 ein Hobbykünstlermarkt im City-Point. Es folgten Trödelmärkte auf dem Parkplatz am Stadion, dem er bis dieses Jahr treu blieb, vor dem Rathaus und auf dem Schweinemarkt. In der Delmehalle organisierte er eine Gartenschau, in der Delmeburg eine Freizeitmesse. Auch in das Gasthaus „Zur Pultern“ und das Jute-Center lockte er die Massen zum Bummeln. Selbst in Bremen war Grimm zeitweise mit seinen Märkten im Roland-Center und im Lloydhof vertreten. „Wenn man erfolgreich ist, baut sich das immer weiter auf“, sagt das Organisationstalent. Als Einzelkämpfer sieht sich aber nicht: „Meine Frau unterstützt mich immer sehr.“

Kein wirklicher Ruhestand geplant

Ob er nun nach dem Ende seiner Veranstaltertätigkeit ein ruhigerer Ruheständler wird? „Mit Sicherheit nicht“, sagt Grimm und lacht. „Ich habe schon wieder neue Aufgaben angefasst.“ Er bleibt Seniorenwart im DTV, wo der gebürtige Schleswig-Holsteiner die Plattdeutsche Stunde als feste Veranstaltungsreihe etabliert hat. Daneben betreut er eine Walking-Gruppe. Details zu seinem nächsten Projekt nennt er noch nicht. Aber der Zylinder, der bei seinen Märkten sein Markenzeichen war, soll wieder mit dabei sein.