Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Erbeben in Nepal Retter aus Lemwerder und Dötlingen helfen in Nepal

Von Frederik Grabbe | 27.04.2015, 19:20 Uhr

Am Montag sind Helfer aus Deutschland in der nepalesischen Erdbebenregion eingetroffen. Darunter ist auch ein Rettungshundeführer aus Lemwerder. Eine Feuerwehrfrau aus Brettorf steht auf Abruf bereit.

Sie suchen in den Trümmern, um Verschüttete zu finden: Lars Prößler von der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Lemwerder ist mit einem Team des Katastrophenschutz-Vereins @fire am Montag im nepalesischen Erdbebengebiet eingetroffen. Am Samstag hatte ein Erdbeben nahe der Großstadt Kathmandu nach bisherigem Stand 3700 Menschenleben gekostet. Prößler, Rettungshundeführer und Ortsbrandmeister der FF in Lemwerder, ist am Sonntagabend als Teil eines sechsköpfigen Teams nach Indien geflogen, um von dort ins vom Erdbeben betroffene Gebiet zu gelangen, wie Bettina Dogs, Sprecherin der FF in Lemwerder, mitteilte. Im Katastrophengebiet kamen sie Montagnachmittag an. Prößler sei ein erfahrener Feuerwehrmann, der auch beim Elbhochwasser als Helfer tätig geworden sei. Der 35-Jährige soll mit seinem Belgischen Schäferhund Pollux nach überlebenden Vermissten unter den Trümmern von eingestürzten Gebäuden suchen. Zehn Tage soll der Einsatz dauern.

 Weiterlesen: Bergsteiger aus Borgholzhausen filmt Lawine nach Erdbeben am Mount Everest 

„Die Koffer sind gepackt“

Zusätzlich befindet sich Anika Meyer aus Dötlingen von der FF Lemwerder in Wartestellung: Sie und 15 weitere Helfer des Vereins @fire halten sich für einen Einsatz bereit. Meyer ist ebenfalls Rettungshundeführerin, wird aber, wenn sie benötigt wird, in der technischen Ortung eingesetzt werden. „Das Vorausteam vor Ort wird zunächst die Lage sichten. Wenn klar ist, dass noch mehr Hilfe benötigt wird, kommen wir nach“, sagt Meyer. „Die Koffer sind gepackt.“ Die 28-jährige arbeitet als Bürofachfrau in einem Brettorfer Dachdeckerunternehmen.

„Die ersten 96 Stunden sind entscheidend“

Sie wird mit einem Geofon menschlichen Körperschall unter den Trümmern orten und mit Kameras in dem Schutt nach Vermissten suchen. „Die ersten 96 Stunden sind entscheidend“, sagt Meyer. „Nach dieser Zeit kann der menschliche Körper nicht mehr mit dem Flüssigkeitsverlust umgeben.“ Erschwerend dürfte hinzukommen, dass die Region von schweren Nachbeben erschüttert wird. „Ich will helfen, dafür bin ich ausgebildet – auch wenn es nicht ungefährlich ist“, sagt die junge Frau.

Jahrelange Vorbereitung

Meyer trainierte mit anderen Rettern über die FF in Lemwerder und über @fire gezielt für Einsätze wie in Nepal, „auf Situationen in Katastrophen-Gebieten haben wir uns jahrelang vorbereitet.“

THW bereitet Wasser auf

Auch das Technische Hilfswerk (THW) ist mit einem 15-köpfigen Team ins Erdbebengebiet gereist. Es soll Trinkwasser vor Ort aufbereiten. Helfer aus Niedersachsen sind laut Landesverband nicht dabei. Je nach Dauer und Anforderungen des Einsatzes könne sich dies aber ändern.

 Hier finden Sie Infos zu seriösen Spendenkonten für die Erdbebenopfer-Hilfe.