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Erholung von verstrahlter Heimat Delmenhorst empfängt Mütter und Kinder aus Weißrussland

Von Heike Bentrup | 09.07.2015, 14:38 Uhr

Vier Mütter und ihre Kinder aus dem weißrussischen Waloschyn sind zurzeit in Delmenhorst zu Gast. In ihrer Heimat leiden sie immer noch an den Folgen der Tschernobyl-Katastrophe.

Das viele Grün, die saubere Luft, die zahlreichen Spielmöglichkeiten für Kinder und vor allem die Gastfreundschaft sowie die herzliche Aufnahme in Delmenhorst haben es Katharina Latyschäva und drei weiteren Müttern aus dem weißrussischen Waloschyn angetan. Von 20. Juni bis zum 17. Juli sind sie auf Initiative der Aktion Friedensnetz des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) zu Gast in der Stadt und sollen sich hier von den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erholen, die in ihrer Heimat nahe Minsk auch 29 Jahre nach dem Super-GAU noch nachwirkt.

Täglich der Strahlung ausgesetzt

Am Donnerstag wurde die Gruppe in Begleitung von Eckhard Petreins vom CVJM, Sabine Vormschlag, Leiterin der Kindertagesstätte St. Paulus, und Elternvertreterin Petra Köster im Rathaus von Bürgermeister Hermann Thölstedt (CDU) empfangen. „Ihnen allen ist das gleiche Schicksal widerfahren, sie leben immer noch in einer stark belasteten Region und sind täglich der Strahlung ausgesetzt“, sagte Thölstedt an die Besucherinnen aus Weißrussland gewandt.

CVJM hält seit mehr als 20 Jahren Kontakt

Seinen Dank richtete er an das CVJM-Friedensnetz sowie an den CVJM Delmenhorst und den CVJM Waloschyn, die die Kontakte seit mehr als 20 Jahren pflegen und die Erholungsaufenthalte bereits zum vierten Mal organisiert haben. Unterstützt werden sie dabei von der evangelischen Kita St. Paulus und erstmals auch von der Lebenshilfe, die für die Dauer des Aufenthaltes eine Wohnung für die Gäste zur Verfügung stellt.

„Wir fühlen uns sehr wohl, Delmenhorst ist eine attraktive Stadt“

In der Kita St. Paulus verbringen die jungen Gäste viel Zeit mit Gleichaltrigen, während die Nachmittage für Ausflüge und andere Unternehmungen genutzt werden. „Wir fühlen uns sehr wohl, Delmenhorst ist eine attraktive Stadt mit einer Vielfalt an Kulturen. Die Menschen sind tolerant und höflich, das ist wichtig für den Frieden“, sagt Katharina Latyschäva. Der Erholungsaufenthalt bekomme den Frauen und Kindern gut.

In ihrer Heimat litten immer noch viele Menschen unter Joddefiziten, geschwächten Immunsystemen oder seien an Krebs erkrankt. Geschwächt seien auch die Kinder. Laut Latyschäva bekommen sie dreimal täglich warme Mahlzeiten und werden zusätzlich in den Kitas mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.