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Ermittlung von Unterkunftskosten Stadt Delmenhorst startet Umfrage unter Vermietern

Von Jan Eric Fiedler | 11.09.2015, 09:02 Uhr

Wie viel kostet das Wohnen in Delmenhorst? Das will die Stadt mit einer Umfrage unter Vermietern ermitteln. Ziel ist es, die Höhe der angemessen Kosten der Unterkunft für Hartz-IV- und Sozialhilfe-Empfänger zu ermitteln.

Von möglichen Änderungen durch die Ergebnisse der Umfrage wären in Delmenhorst nach aktuellem Stand 10.700 Einwohner betroffen.

Klagen gegen Mietspiegel

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Klagen gegen den Mietspiegel gegeben, berichtete Gerd Gramberg, bei der Verwaltung zuständig für die Umfrage, am Donnerstag im Rathaus. Durch die Befragung der Vermieter soll ein „schlüssiges Konzept“ entstehen, dass zudem auch „gerichtsfest“ ist. Die Daten aus dem Delmenhorster Mietspiegel stammen aus dem Jahr 2009 und seien nicht mehr aktuell. Durchgeführt wird die Umfrage vom Hamburger Institut Gewos, das in Delmenhorst bereits das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) umgesetzt hat. In den kommenden Tagen erhalten 7000 Vermieter ein Schreiben mit der Umfrage.

Fragebögen sind anonymisiert

Erfragt werden unter anderem die Wohnungsgröße, die Miethöhe, das Baujahr, die Lage im Stadtgebiet sowie die Ausstattungsmerkmale der Wohnung. Die Eigentümer müssen sich dabei nicht sorgen, dass sie sensible oder persönliche Daten verraten, da die Fragebögen anonymisiert sind. Für Vermieter, die eine Vielzahl an Wohnungen im Angebot haben, gibt es ein vereinfachtes Verfahren. Gramberg wirbt dafür, dass möglichst viele Vermieter teilnehmen: „Je mehr mitmachen, desto genauer wird das Ergebnis.“

Ghettoisierung vermeiden

Damit ein repräsentatives Ergebnis erzielt wird, müssen laut Felix Arnold von Gewos mindestens zehn Prozent der Vermieter teilnehmen. Wichtig sei auch, dass sie aus dem gesamten Stadtgebiet kommen. Denn bei der Berechnung der angemessenen Unterkunftskosten komme es auch darauf an, dass Wohnungen in allen Stadtteilen zu diesem Preis zur Verfügung stehen und nicht nur in einzelnen Gebieten. „Damit soll eine Ghettoisierung vermieden werden“, so Arnold.

Auswertung bis November

Laut Gramberg soll die Umfrage bis November ausgewertet und das Konzept dem Rat bis Dezember zur Abstimmung vorgelegt werden.