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Ermittlungen eingestellt Verwirrspiel um „falschen“ Zahnarzt in Delmenhorst

Von Michael Korn | 21.08.2015, 20:20 Uhr

Ein dubioser Fall von Körperverletzung und möglicher Hochstapelei in Delmenhorst hat jetzt die Justiz beschäftigt. Kern der Auseinandersetzung ist eine unsachgemäße Zahnbehandlung durch einen womöglich „falschen“ Zahnarzt.

Ein Ermittlungsverfahren gegen den Beschuldigten aus dem Stadtteil Hasport (Name der Redaktion bekannt) ist jedoch gegen Zahlung einer Geldauflage von 500 Euro eingestellt worden, wie am Freitag eine Sprecherin der Justizbehörde auf Anfrage bestätigte.

Ehepaar hat geklagt

Die Betroffenen, ein Delmenhorster Ehepaar, hatten den Mann wegen einer Fehlbehandlung mit schweren körperlichen Folgen angezeigt. Chronische Entzündungen im Kieferbereich, operative Entfernung von Zahnstümpfen und lang anhaltende Schmerzen seien das Resultat der Eingriffe gewesen. Im Klinikum Bremen Mitte seien die Fehler dann korrigiert worden. Wegen des Verlustes vergoldeter Prothesen sowie neuen Zahnersatzes verlangen die Opfer eine außergerichtliche Einigung mit einem Schadensausgleich von 4000 Euro.

Keine Hinweise gefunden

Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens konnten trotz einer Hausdurchsuchung bei dem vermeintlichen falschen Arzt keine Hinweise auf einen Praxisbetrieb wie etwa Behandlungszimmer und Patientenkartei vorgefunden werden. Eine Zulassung als Zahnarzt bestehe in jedem Fall nicht.

Das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung ist laut Staatsanwaltschaft wegen geringen Verschuldens eingestellt worden.