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Eröffnung im Januar Delmenhorst: Möbelhaus für Bedürftige zieht nach Stickgras

Von Frederik Grabbe | 25.10.2016, 19:08 Uhr

Es ist größer, ebenerdig – und vor allem mietfrei: Das Möbelhaus für Bedürftige an der Nordenhamer Straße zieht nach Stickgras. Dort soll es im Januar in Betrieb gehen. Ein Privatmann unterstützt die Betreiber großzügig.

Das Möbellager für Bedürftige in den Räumen der früheren „Neuen Arbeit“ an der Nordenhamer Straße zieht um. Am 22. November ist letzter Öffnungstag. Die Türen im neuen Domizil an der Diepholzer Straße 14 werden sich Anfang Januar öffnen. Dies haben die Geschäftsführer der Betreiber, die Caritas und die Diakonie, am Dienstag gegenüber dem dk mitgeteilt. Das Möbelhaus war erst im Dezember 2015 als Hilfe für Bedürftige, vor allem für Flüchtlinge, gegründet worden. Der Umzug ist nötig, weil der Mietvertrag mit dem muslimischen Delmenhorster Integrations- und Bildungsverein (DIBV) auslaufen wird.

Anfang Januar soll das Möbelhaus öffnen

Noch sieht es etwas karg aus in der früheren 1000 Quadratmeter großen Lagerhalle. Doch ist vage zu erahnen, was bis Jahresanfang entstehen soll. Ein Büroraum, ein WC, ein Aufenthaltsraum für Mitarbeiter und ein Warterbereich für Besucher beispielsweise. Entsprechende Anfangsarbeiten in Holzrahmenbauweise sind gemacht. Etwa in der zweiten Woche des Januars 2017, hoffen Peter Schmitz und Franz-Josef Franke, Geschäftsführer der Caritas respektive der Diakonie, ist das neue Möbelhaus bereit für die Eröffnung.

Privatmann stellt Halle mietfrei zur Verfügung

Bei ihrem Unterfangen haben die Betreiber viel Unterstützung erfahren: Ein Privatmann aus Delmenhorst, der seinen Namen nicht in der Öffentlichkeit wissen möchte, stellt den Sozialverbänden die Halle für das werdende Möbelhaus zur Verfügung – „mietfrei und für alle Zeiten“, wie Schmitz unterstreicht. „Die Person schätzt unsere Arbeit im Möbelhaus sehr. Für dieses entgegengebrachte Vertrauen sind wir einfach nur dankbar.“ Zur Zeit begleicht die Stadt Delmenhorst die Miete für die Räume der früheren „Neuen Arbeit“. (Weiterlesen: Neues Möbellager für Bedürftige öffnet in Delmenhorst)

Baustoffhändler, Jobcenter und ADG greifen unter die Arme

Auch sonst erhält das Möbelhaus jede Menge Unterstützung: Teilnehmer des Projekts „Injob“ des Jobcenters und der Drob Delmenhorst, das Arbeitslose mit Suchtproblematik wieder ans Berufsleben heranführen soll, errichten die Räume. Das Baumaterial hierfür ist von einem großen Baustoffhändler gespendet worden. Und die Abfallwirtschaft der Stadtwerkegruppe (ADG) wird weiter die Entsorgung von Altmöbeln oder beschädigten Möbeln übernehmen. „Manchmal läuft es einfach gut“, freut sich Schmitz über die Unterstützung. Insgesamt 15 ehrenamtliche Helfer zählen die Möbelhausbetreiber aktuell. Fünf Flüchtlinge packen über ein Integrationsprogramm des Jobcenters mit an.

Tausende gespendete Möbel, kompletter Durchschlag nach drei Wochen

Allerdings wird die ADG, nicht wie zum Start des Möbelhauses vor einem Jahr angekündigt, beim Sammeln von Möbeln beteiligt sein. „Das Einsammeln über das Abholen von Sperrmüll über die ADG hat sich nicht bewährt“, sagt Schmitz. „Die Bürger haben einfach andere Spendengewohnheiten. Sie rufen uns direkt an oder bringen die Möbel vorbei.“ Und die Spendenbereitsschaft ist nach wie vor ungebrochen. Die Zahl bislang gespendeter Möbel geht in die Tausende, alle drei Wochen tausche sich nach Angaben der Geschäftsführer das gesamte Sortiment einmal komplett aus. Die neuesten Spenden sind in der Halle bereits untergebracht: 50 Stahlrahmenbetten aus der wieder freigegebenen Flüchtlingsunterkunft am Stubbenweg etwa. Oder Tische mit Marmorplatten und Stahlfüßen sowie Bänke und Stühle aus Massivholz aus dem früheren City-Point-Café im alten Hertie-Gebäude. „Manche Möbel sind teilweise unbenutzt“, stutzt Schmitz. „Was wir aktuell benötigen, sind vor allem Einzelbetten, Kinderbetten und Kinderzimmereinrichtung.“ (Weiterlesen: Hohe Nachfrage im Delmenhorster Möbellager)

Nicht mehr zentrumsnah, sondern im Stadtosten

Einen nicht unwesentlichen Vorteil habe das Objekt an der Diepholzer Straße: Die Halle ist ungleich zum Vorgängerbau ebenerdig. „Das ist ungemein praktisch beim Packen und Be- und Entladen“, sagt Franke. Die Befürchtung, dass Bedürftige nun auf das Angebot im Südosten der Stadt in Stickgras und eben nicht mehr in relativer Stadtmitte weniger anspringen könnten, hat er nicht. „Die Bushaltestelle Annenheider Damm an der Syker Straße ist von uns aus gut erreichbar. Außerdem kommen viele mit dem Auto.“