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EU-Pauschalreiserichtlinie Grotelüschen nimmt Sorgen Delmenhorster Reisebüros ernst

Von Kristina Müller | 20.03.2017, 09:02 Uhr

Die kommende EU-Pauschalreiserichtlinie bereitet Reisebüros wie „Optimal Reisen“ in Delmenhorst Sorgen. Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen nimmt diese ernst.

„Wir wollen europäisch versuchen, für Verbraucher die gleichen Grundlagen zu schaffen“, erklärte die Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (CDU) im Gespräch mit Simone Henze, Geschäftsführerin von „Optimal Reisen“ in Delmenhorst.

„Wir sind Vermittler und wollen den Handelsvertreterstatus behalten“, äußerte Henze ihre Befürchtungen hinsichtlich der neuen EU-Pauschalreiserichtlinie. Aufgrund dieser und weiterer Bedenken der Reisebüros werde die Gesetzesvorgabe nun noch überarbeitet, bis es am 1. Januar 2018 in Kraft tritt, wie Grotelüschen berichtete.

Die Deutschen würden sehr viel reisen, deshalb gebe es hierzulande auch derart viele Reisebüros, „wie sonst nirgends in Europa“, so Grotelüschen weiter.

„Sehr gute Reisestruktur in Deutschland“

Und das belegte sie mit Zahlen: 2016 seien zwei von drei Deutschen mindestens einmal in den Urlaub gefahren, vor knapp 20 Jahren sei es mindestens die Hälfte gewesen. Und auch das Buchungsverhalten verändere sich: Während 2005 noch elf Prozent der Deutschen ihre Reise im Internet gebucht hätten, seien es jetzt mehr als 35 Prozent – Tendenz steigend.

„Wir haben in Deutschland eine sehr gute Reisestruktur und müssen alles daran setzen, um diese Leistungen zu erhalten“, betonte Grotelüschen. Sie und Henze sind sich einig, dass der Begriff „Pauschalreisen“ zunächst definiert, dabei aber auf die Besonderheiten der Verbraucherstrukturen in Deutschland eingegangen werden muss.

Die Herausforderung bestehe nun also darin, einen Rahmen praxisnah und EU-konform „in unserem Sinne“ zu definieren, wie Grotelüschen erläuterte.

Dienstleistungen flexibel anbieten

„Das neue Gesetz betrifft vor allem mittelständische Unternehmen, die wie ‚Optimal Reisen‘ vor Ort fest verwurzelt sind“, sagte die Bundestagsabgeordnete. Es sei wichtig, dass die Reisebüros erhalten bleiben und für die Zukunft gerüstet sind.

„Uns ist es wichtig, vor Ort Dienstleistungen flexibel anbieten zu können“, betonte Henze. Und durch den aktuellen Entwurf falle „die Flexibilität komplett weg und das ist für den Verbraucher mehr als schlecht.“

In den nächsten zwei Wochen soll der Entwurf laut Grotelüschen noch einmal überarbeitet und das Gesetzgebungsverfahren bis Ende März abgeschlossen werden.