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Ex-Werder-Profi bei Thomsen Borowka liest in Delmenhorst aus seiner Autobiografie

Von Lennart Bonk | 22.01.2016, 12:40 Uhr

Ex-Profi Uli Borowka hat im Hotel Thomsen über seine Alkoholsucht berichtet. Dabei kritisierte er den öffentlichen Umgang mit Suchtkranken.

Vom knallharten Verteidiger auf dem Fußballplatz zum engagierten Unterstützer von Suchtkranken. So könnte man den Wandel des ehemaligen Profis und trockenen Alkoholikers Ulrich „Uli“ Borowka treffend beschreiben. Am Donnerstag hat er im Restaurant Thomsen auf Einladung der Guttempler Delmenhorst aus seiner Autobiographie „Volle Pulle – mein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker“ gelesen.

„Ich hatte Zeitungsartikel über Herrn Borowka gelesen und mir gefiel seine direkte Art, über Alkoholsucht zu sprechen“, so Manfred Kreisel von den Guttemplern Delmenhorst. Rund 60 Interessierte besuchten Borowkas Lesung, bei der auch die anonyme Drogenberatung Delmenhorst (Drob) anwesend war. Sowohl die Guttempler als auch die Drob erhofften sich durch Borowkas Präventionsarbeit eine Enttabuisierung des Themas Drogensucht.

Buch erschien 2012

Nach der Veröffentlichung seines Buches im Jahre 2012 gründete er im Folgejahr den Verein „Uli Borowka Suchtprävention und Suchthilfe“. Seither leistet der 53-jährige Präventionsarbeit, wo er nur kann. Er spricht in Schulen, Kliniken, Firmen sowie bei zahlreichen anderen Veranstaltungen über Alkoholsucht und ist darüber hinaus auch Schirmherr von Therapiegruppen in zwei Entzugskliniken für Suchterkrankte. „Es ist ein 24-Stunden-Job, aber ich habe die Kraft, den Willen und den nötigen Ehrgeiz, um das zu bewältigen“, erklärte Borowka sein unermüdliches Engagement.

Borowka fordert Respekt

Sein Hauptkritikpunkt am Diskurs über Alkoholsucht ist der öffentliche Umgang mit Erkrankten. „Man wird schnell als Alkoholiker abgekanzelt. Die Menschen sollten respektvoller mit Suchterkrankten umgehen“, kritisierte Borowka. Laut Statistik hat fast jeder Deutsche bis zu zwei Suchtkranke in seinem Bekanntenkreis – und die Tendenz steigt. „Suchterkrankung ist ein Gesellschaftsproblem, das vor keiner Schicht halt macht und nur, wenn man über dieses Problem redet, kommt man auch weiter“, so der sechsmalige Nationalspieler.