Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Experte plädiert für Kooperation Wie man Bildung in Delmenhorst gemeinsam gestalten kann

Von Marco Julius | 26.06.2015, 19:42 Uhr

Wie kann Bildung kommunal gestaltet werden? Mit Wilfried Lohre vom Institut für kommunale Bildung hat jetzt in der gemeinsamen Sitzung des Jugendhilfeausschusses und des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur ein ausgewiesener Experte und durchaus pointierter Referent erste Antworten darauf gegeben.

Dabei ist er bei Verwaltung und Politik auf offene Ohren gestoßen. Lohre zeigte ganz allgemein auf, wie kommunales Bildungsmanagement gestaltet werden kann. Dabei lieferte Lohre, als gebürtiger Kölner das offene Wort gewohnt, Beispiele aus der gesamten Bundesrepublik.

Ein funktionierendes Bildungsmanagement vor Ort sei wichtig, weil sich erfolgreiche Bildungsbiografien nur vor Ort verwirklichen ließen. Zudem sei Bildung ein entscheidender wirtschaftlicher und sozialer Standortfaktor für Kommunen. Zudem seien die bestehenden Bildungsangebote vor Ort zerstückelt und nicht aufeinander abgestimmt. „Alles, was im Bildungsbereich nicht läuft, fällt aber den Kommunen vor die Füße“, sagte Lohre. Bildung sei dabei viel mehr als Schule.

Bildungsmanagement müsse man aber wollen, mit 100 Prozent. Wichtig dabei laut Lohre: die vier Akteursgruppen, Kommune, Bund/Land, die Zivilgesellschaft und den nicht-stattlichen Sektor (etwa Stiftungen), zusammenzubringen. Es gehe nur im Dialog und in der Kooperation. „Niemand darf das Gefühl haben, außen vor zu bleiben, sonst arbeiten alle gegeneinander. Wichtig sei zudem, alle Daten und Fakten zusammenzubringen. Lohre machte auch klar: Bildungsmanagement koste Geld. So schlug Lohre vor, eine Bildungsmanagementstelle einzurichten. „Man muss groß denken, kann aber klein anfangen“, sagte der Kölner. So könne man mit einer halben Stelle beginnen, um vieles auf den Weg zu bringen.