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Fachdienst stellt Bepflanzung vor Mit Plan zum grünen Rathausplatz in Delmenhorst

Von Jan Eric Fiedler | 20.04.2015, 19:06 Uhr

Hinter dem neuen Beet vor dem Delmenhorster Rathaus steht ein neues Bepflanzungskonzept: Es ist auf wenig Pflege und trotzdem ganzjährige Attraktivität abgestimmt.

Blühende Blumen und schön gestaltete Beete sind eine Aufwertung für jeden öffentlichen Platz. Diese Anlagen haben jedoch nicht viel mit den heimischen Blumenbeeten gemeinsam, denn an sie werden ganz besondere Anforderungen gestellt: Sie müssen sehr pflegeleicht sein, sie müssen auch im Sommer ohne zusätzliche Bewässerung auskommen und sie müssen es auch aushalten, dass mal Kinder durchrennen. Bei einem Rundgang über den Rathausplatz erklären Leiterin Katrin Stöver und Landschaftsarchitekt Jan Demey vom Fachdienst Stadtgrün die neue Bepflanzung des Rathausplatzes – und haben dabei noch einige Tipps für private Gärten parat.

Mediterrane Pflanzen für das trockene Beet

Nachdem die Pflasterung des Platzes im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde, soll er nun grüner werden. Welcher Aufwand damit verbunden ist, zeigt Demey mit seinem Bepflanzungsplan für das Beet vor dem Rathaus: Unzählige kleine und große Kreise sind darauf eingezeichnet. Jeder symbolisiert eine Pflanze.

„Eine innerstädtische Fläche muss das ganze Jahr spektakulär aussehen“, sagt Demey. In Gartenbüchern würden häufig spektakuläre Anlagen gezeigt, die aber nur wenige Wochen im Jahr so aussehen und einer großen Pflege bedürfen. „Deshalb haben wir eine moderne Staudenanwendung gewählt. Sie orientiert sich an den Standortbedingungen in der Natur“, erklärt Demey. Für den im Sommer heißen und trockenen Rathausplatz hat sich eine Bepflanzung mit Stauden aus dem Balkan- und Mittelmeerraum angeboten. Dieses Beetkonzept hat einen weiteren positiven Aspekt: „Heimisches Unkraut kommt hier nicht so gut zurecht.“ Im Frühjahr sorgen Zwiebelpflanzen wie Tulpen für ein farbenfrohes Bild. Im Sommer kommen blühende Stauden hinzu und selbst im Winter ist durch Gräser, in denen sich der Raureif fangen kann, für Hingucker gesorgt.

Die Planung für das Beet begann schon früh: „Wir haben vor vier Jahren ein Probebeet am Max-Planck-Gymnasium angelegt“, berichtet Stöver. Wer einen Eindruck davon gewinnen möchte, wie das Rathaus-Beet künftig aussehen wird, kann es sich dort ansehen.

Magnolie ersetzt großen Ahorn

Vor der Neugestaltung stand ein großer Ahorn in dem Beet. Dieser musste laut Stöver gefällt werden, da er stark geschädigt war. Ersetzt wurde er durch eine weitere Neuheit im Stadtbild, eine Kobushi-Magnolie. „Die gibt es auch als Strauch für das Beet. Daher dürften sie einige sicher kennen“, sagt Stöver. Der Baum am Rathaus wird aber ganz andere Außmaße annehmen. Demey rechnet mit einer Höhe von bis zu 15 Metern – und einer weißen Blütenpracht im März und April.

An originalen Pflanzplänen aus den 1920er Jahren orientiert

Auch hinter der Bepflanzung der beiden Beete am Ehrenmal steht eine besondere Idee: Demey hat im Stadtarchiv die originalen Bepflanzungspläne der damals noch größeren Beete aus den 1920er Jahren gefunden. Damals waren die beiden Beete von großen Rhododendren dominiert. „Das geht heute nicht mehr. Sie wären nach fünf Jahren zu groß“, sagt Demey. „Das ist auch ein Klassiker, der im Privatgarten passiert; Nach drei Jahren stehen die Pflanzen zu dicht und müssen umgepflanzt werden“, wirft Stöver ein. „Jede Pflanze hat eine andere Wachstumsgeschwindigkeit und Ausbreitung. Wenn man darauf achtet, spart man sich später Arbeit.

Stadtgrün passt alte Casa2-Pläne an

Hinter der Neugestaltung des Rathausplatzes stehen die „Casa2“-Pläne aus dem Jahr 2003. Auch die mögliche Bepflanzung war darin schon vorgeschlagen. In vielen Punkten ist der Fachdienst allerdings davon abgewichen. Dies hatte sowohl ästhetische Gründe, wie am Ehrenmal, wo lediglich Hecken vorgesehen waren, aber auch praktische Gründe, wie vor dem Standesamt: Dort wurde direkt vor der Tür auf eine Bepflanzung neben den Bäumen verzichtet, denn die würde unter den zahlreichen Hochzeitsgesellschaften, die sich dort versammeln, sicher leiden.

Die Erfahrungen, die der Fachdienst bei der Neugestaltung des Rathausplatzes gemacht hat, sollen laut Stöver auch im übrigen Stadtgebiet zum Einsatz kommen: „Die Idee ist es, das Konzept nach und nach auf weitere Standorte auszuweiten.“