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Fachkräfte aus Migrantenkreisen „Kausa“-Servicestelle an VHS Delmenhorst eröffnet

Von Alexander Schnackenburg | 26.03.2015, 19:26 Uhr

Die „Kausa“-Servicestelle („Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration“) der Volkshochschule Delmenhorst (VHS) hat am Donnerstag offiziell eröffnet.

Das aus Bundesmitteln finanzierte Projekt ist auf drei Jahre angelegt und verfolgt das Ziel, jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu einer Berufsausbildung zu verhelfen. Die örtliche Wirtschaft sieht darin eine Chance, Fachkräfte akquirieren zu können.

Was es hierbei zu bedenken gilt, und wie Delmenhorst strategisch am besten vorzugehen habe – dazu hielt die Kölner Professorin Ruth Enggruber einen Vortrag. Enggruber hat erst kürzlich eine umfassende Studie der Bertelsmann-Stiftung zu den Chancen für Berufseinsteiger mit Migrationshintergrund geleitet und forscht seit Jahren über beruflich benachteiligte junge Menschen.

Nachteil durch fremd klingende Namen

Nach ihren statistischen Erhebungen müssen Berufseinsteiger mit fremdsprachlich klingenden Namen in Deutschland etwa anderthalb Mal so viele Bewerbungen versenden, um überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, wie solche mit deutschen Namen. Unter dem Strich, so Enggruber, bildeten letztlich lediglich 10,5 Prozent aller Unternehmen Menschen mit Migrationshintergrund aus – zumindest in Nordrhein-Westfalen, wo Enggruber und ihr Team die Daten erhoben.

Drei Projektjahre müssen gelebt werden

Um diese Quote für Delmenhorst günstiger zu gestalten, empfiehlt die Sozialpädagogin der neuen „Kausa“-Stelle, das Angebot an Förder- und Ausbildungsmöglichkeiten zu entschleiern. Oberbürgermeister Axel Jahnz, Schirmherr der „Kausa“-Stelle, sagte seine Unterstützung zu. Die drei Projekt-Jahre müssten gelebt werden, so Jahnz. Enggruber regte zudem an, dass die Mitarbeiter der „Kausa“-Stelle persönlich auf die Delmenhorster Unternehmer zugehen sollten, um ihnen die eigenen Ausbildungs-Optionen näher zu bringen. Genau dies hat das neue Team in der VHS auch vor, versicherte Eugenia Konkel, Leiterin der Delmenhorster „Kausa“-Stelle.

VHS-Geschäftsführer Helmut Koletzek bezeichnete die „Kausa“-Stelle als „gute Ergänzung zum Bildungsangebot“ der Volkshochschule. Kreishandwerksmeister Harald Mausolf erhofft sich von der neuen Einrichtung vor allem neue angehende Fachkräfte für die Handwerksbetriebe.