Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Fachtag für Schüler Suchtprävention an Delmenhorster Berufseinstiegsschule

Von Marco Julius | 27.04.2017, 18:42 Uhr

Experten haben mit Schülerinnen und Schülern in Delmenhorst über die Gefahren einer Sucht gesprochen. Im Fokus stand dabei die Prävention.

Der Fachtag Suchtprävention entwickelt sich in der Berufseinstiegsschule der Kerschensteiner-Schule am Wiekhorner Heuweg immer mehr zu einer festen Einrichtung. Am Donnerstag hat die AG Schule im Kommunalen Präventionsrat (KPR) in der Schule bereits zum vierten Mal Schülerinnen und Schüler rund ums Thema Sucht aufgeklärt.

Über 130 Schüler erreicht

„Über 130 Schüler konnten so erreicht werden“, freute sich Markus Weise, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit an der Schule. In verschiedenen Workshops näherten sich die Schülerinnen und Schüler, die aktuell das Berufsvorbereitungsjahr oder die Berufseinstiegsklasse besuchen, gemeinsam mit den Dozenten dem Thema Sucht und Suchtprävention.

Sie erstellten zum Beispiel einen Smartphone-Knigge, der Regeln für einen „gesunden“ Umgang mit dem Handy aufstellen soll. Sie diskutierten über individuelle Ressourcen, also über Eigenschaften, die helfen können, dass es nicht zu einer Sucht kommt. Sie nahmen die Glücksspielsucht unter die Lupe, schauten sich Entwicklungsstufen von Sucht an und tauschten sich über das aus, was zu einer guten Party gehört („Alkohol nicht zwingend.“). Und sie verdeutlichten sich, wie man Krisen bewältigt, ohne auf Suchtmittel zurückzugreifen.

Kontrollverlust und Abhängigkeit

Dass die Stufen vom ersten und oft noch unproblematischen Konsum über den riskanten Konsum bis zum gefährlichen Kontrollverlust und sogar zur Abhängigkeit reichten, machte Henning Fietz von der Anonymen Drogenberatung Delmenhorst (drob) klar. „Dass die Prävention in Delmenhorst so erfolgreich läuft, liegt auch daran, dass wir die Schüler in verschiedenen Altersstufen mit verschiedenen Projekten ansprechen“, sagte Fietz. Und so erinnerten sich auch gestern viele Schüler daran, dass sie bereits das Programm „drop+hop“ durchlaufen hatten, dass Anstöße gibt, Suchtverhalten kritischer zu reflektieren.

Manchmal braucht es Mut

Damit alle Schüler von den Ergebnissen des Fachtages Suchtpräsentation profitieren, sind die Schlüsse, die in den Workshops gezogen wurden, im großen Plenum vorgestellt worden. Vor über 130 Schülern zu sprechen, fiel vielen Schülerinnen und Schülern dabei nicht immer leicht. Aber die Stärkung des Selbstbewusstseins war neben der Aufklärung und der Sensibilisierung für Gefahren beim Konsum eines der erklärten Ziele des Fachtags. Dass es manchmal etwas Mut braucht, bei Drogen auch einmal Nein zu sagen, war vielen Schülern klar. Wer Mut bewies und sich gestern das Mikro griff, der erhielt auf jeden Fall eine Menge Applaus.