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Fahrradfahren als Qualitätsmerkmal Fahrradfahrer des ADFC halten tagen in Delmenhorster Markthalle

Von Frederik Grabbe | 15.03.2015, 20:14 Uhr

Für Kommunen soll es schmackhafter werden, fahrradfreundlicher zu sein. Dies will der ADFC mit der Gründung eines eigenen Verbands fördern.

„Was wollen wir unseren Kindern hinterlassen? Klimakatastrophen? Oder eine Lebenswerte Erde?“ Dieter Schulz, Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) wagte bei der Landesversammlung des Verbandes am Wochenende in der Markthalle den globalen Blick auf die guten Seiten des Fahrradfahrens. Konkreter wurde die stellvertretende Bundesvorsitzende Sabine Kluth: „Kommunen müssen einfach attraktiver werden, wenn sie im Kampf miteinander um Facharbeiter und Familien bestehen wollen.“

Kommunen stehen in Konkurrenz miteinander

In einer alternden Gesellschaft seien beide Gruppen umso mehr gefragt. Künftig gelte für Städte und Gemeinden Aufenthaltsqualität zu schaffen. „Die autogerechten Kommunen“ müssten lebenswerter werden, auch wenn das hieße, dass Parkplätze verloren gingen. In diesem Zusammenhang nannte Kluth den ADFC-Fahrradklimatest : Bürger können per Umfrage über die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt abstimmen. 2014 belegten Bremen und Oldenburg in dem Ranking Spitzenplätze – Delmenhorst wurde nicht getestet.

Anschub für den Tourismus

Um Kommunen einen Anstoß zu geben, sich mit der Fahrradfreundlichkeit zu schmücken – und somit ihre touristische Anziehungskraft aufzumöbeln – soll Anfang kommenden Jahres die AGFK geschaffen werden. Die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen soll Kommunen in sich versammeln, die das Fahrradfahren fördern und sicherer gestalten wollen. Mit 100000 Euro im Jahr hat die AGFK vom Land just eine erste Anschubfinanzierung erhalten. Allerdings konnte die Vorsitzende Dr. Solveigh Janssen in ihrem Vortrag zu dem Thema noch keine genauen Kriterien nennen, die eine Mitgliedschaft voraussetzen. Fest steht aber: Eine Mitgliedschaft soll ein Qualitätsmerkmal für Städte und Gemeinden darstellen.

Ein Fahrradbeauftragter für Delmenhorst?

Damit es in Delmenhorst fahrradfeundlicher wird, bedarf es nach Marion Lösking, Kreisverbandsvorsitzende des ADFC , noch einiger Schritte. So arbeite man daran, dass bei der Stadt eine Fahrradbeauftragtenstelle eingerichtet werde. Der oder die Beauftragte solle Kontaktperson für Fahrradfahrer und Mittler zur Stadt sein. Auf diese Art könnten etwa Probleme bei für Radfahrer gefährlichen Stellen gelöst werden. Lösking: „Die abknickende Vorfahrtsstraße im Bereich Oldenburger Straße/ Rudolf-Königer Straße könnte durch deutlichere Kennzeichnung leicht sicherer gemacht werden.“