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Familienbetrieb mit Märchengeschichten Traditionelles Puppentheater gastiert in Delmenhorster

Von Jasmin Johannsen | 18.07.2017, 09:34 Uhr

„Magie, Abenteuer und Spannung“: Das traditionelle Puppentheater Lauenburger gastiert von Donnerstag, 20. Juli, bis Sonntag, 23. Juli, auf den Delmenhorster Graftwiesen und verspricht Spaß für die ganze Familie.

„Ich saß schon als Dreijährige auf den Puppenkoffern und habe von meinem Vater gelernt, wie man den Figuren Leben einhaucht“, erzählt Jasmin Lauenburger. Die Juniorchefin des „Puppentheaters Lauenburger“ ist schon in sechster Generation Puppenspielerin. Ihr Können stellt die 25-Jährige von Donnerstag, 20. Juli, bis Sonntag, 23. Juli, auf den Graftwiesen unter Beweis. Mitte des Monats hatte die Familie in Annenheide gastiert. Zusammen mit ihrem Vater und Seniorchef Hubertus Lauenburger, Mutter Manuela und den Geschwistern Yvonne und David führt sie dann „Das Puppenspiel mit dem Räuber Schwarzbart“ auf – und will das Publikum verzaubern.

„Richtig nostalgisches Puppentheater“

„Wir zeigen noch richtig nostalgisches Puppentheater“, erklärt Hubertus Lauenburger. Die detailreichen Handpuppen, mit denen die Familie im großen Zeltpalast spielt, sind über 80 Jahre alt. Im historischen Museumswagen werden sogar 200 Jahre alte Marionetten ausgestellt. „Die hat mein Ur-Ur-Großvater Julius Lauenburger selbst geschnitzt“, erklärt der Seniorchef stolz. Auch die ausgestellten Requisiten seien vor rund 200 Jahren kunstvoll handbemalt worden. „Das war damals noch echte Wertarbeit, so etwas sieht man heute nicht mehr“, ist sich Lauenburger senior sicher. Er selbst hat als Siebenjähriger das Puppenspiel von seinem Vater erlernt. „Die Kunstfertigkeit wird traditionell von Generation zu Generation weitergegeben“, merkt der 59-Jährige an. Er sei froh, dass seine Kinder das Traditions-Theater weiterführen wollen, obwohl die Zeiten längst vorbei seien, als ein Puppenspiel noch große Säle gefüllt habe.

Theater 1829 als große Publikumsattraktion gestartet

„Als mein Ur-Ur-Großvater das Theater 1829 gegründet hat, war das noch ganz anders“, weiß der Seniorchef. Damals sei die Familie mit ihren Puppen von Dorf zu Dorf gereist und habe in Gaststätten gespielt. In Scharen seien die Dorfbewohner gekommen, wenn die Puppenspieler mit ihren Pferdewagen Station machten. „Heute haben wir nicht nur durch das Fernsehen Konkurrenz“, bedauert Jasmin Lauenburger. Trotzdem seien die rund 400 Plätze in dem großen Vorführungszelt oft bis in die hintersten Reihen besetzt, wenn „Hans Wurst“ und Co. auf der Bühne ihren Schabernack treiben.

Turbulente Abenteuer und Ausflug in die eigene Kindheit

„Es kommen viele Kinder, aber auch Erwachsene sind oft zu Gast“, sagt die Juniorchefin. Die Jüngeren würden sich an den turbulenten Abenteuergeschichten erfreuen, während die Älteren sich in die Vergangenheit zurückversetzt fühlen. „Die Großeltern verbinden ganz viele Kindheitserinnerungen mit dem Puppentheater, da werden Vorstellungen auch oft zwei oder drei Mal besucht“, lacht der Seniorchef und hofft auch für das kommende Wochenende auf volle Reihen im Theaterzelt.

Die einstündige Vorstellung „Das Puppenspiel mit dem Räuber Schwarzbart“ beginnt am Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils um 16 Uhr, am Sonntag hebt sich der Vorhang schon um 11 Uhr.