Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

„Fenstermalerei“ von Fredrik Værslev Letzte Chance auf Einblicke ist Delmenhorster Ausstellung

Von Marco Julius | 20.10.2019, 10:01 Uhr

Im Haus Coburg stehen am Sonntag die Türen offen. Am letzten der Tag der aktuellen Ausstellung gibt es noch einmal viel zu entdecken.

Die Städtische Galerie lädt heute ein letztes Mal zur Ausstellung „Fenstermalerei“ von Fredrik Værslev ein. Um 14 Uhr bietet Regina Ungethüm-Meißner eine Führung zur Geschichte vom Haus Coburg. Um 15 Uhr zeigt Galerieleiterin Dr. Annett Reckert die Ausstellung, und Mitarbeiterin Aneta Palenga klebt mit den Besucherinnen und Besuchern ein kollektives Kunstwerk in der Remise des Hauses Coburg. Der Eintritt ist am Sonntag frei.

Ganz Deutschland schaut gerade auf die Frankfurter Buchmesse und Norwegen als diesjähriges Gastland. Mit der Ausstellung „Fenstermalerei“ hat die Städtische Galerie Delmenhorst eine erstklassige norwegische Position der zeitgenössischen Kunst parat: Mit seinen großformatigen Werken erforscht der Norweger Fredrik Værslev, geboren 1979 in Drøbak, das, was Malerei aushalten kann. Im konkreten Sinne setzt er seine Leinwände diversen Behandlungen, unter anderem dem Einfluss von Wind und Wetter, aus.

Værslev setzt Bezüge zur Architektur des Haus Coburg

Sie reifen im Garten, er kellert sie ein, überlässt sie Kollaborateuren – seinem Hund, seiner Mutter, seinen Künstlerfreunden. Traditionelle und industrielle Verfahren kommen zum Einsatz, dabei auch Gerätschaften, die der Künstler in Alltagszusammenhängen entdeckt. Heraus kommen Werkserien, die ihren Entstehungsprozess erahnen lassen und einen feinsinnigen Ortsbezug sichtbar machen. So setzt er sich für das Delmenhorster Ausstellungsprojekt „Fenstermalerei“ vor allem mit den historischen Sprossenfenstern der Villa Coburg auseinander. Diese Auseinandersetzung macht schließlich das ganze Haus Coburg zu einem malerischen Versuchsfeld.

Wer diese Ausstellung noch nicht gesehen hat, hat heute die letzte Gelegenheit dazu. Mit Regina Ungethüm-Meißner, neue Vorsitzende des Freundeskreises Haus Coburg, bietet der Finissage-Tag eine spannende Führung zur Geschichte des Hauses unter dem Titel „Lebendiges Haus Coburg – einst und jetzt“. Die Wirtschaftswissenschaftlerin und erfahrene Stadtführerin erzählt vom Zusammenspiel des Bauherrn Dr. Hermann Coburg mit seinem Architekten Heinz Stoffregen. Weiter geht es mit der Familie Coburg als eine Delmenhorster Familie bis hin zur Galeriegründung. Dr. Reckert übernimmt an dieser Stelle und schlägt einen Bogen zur aktuellen Schau, die sich wiederum auf die Architektur des Hauses bezieht. Mit einem Blick in die Entstehung der Ausstellung und Einblicken in das norwegische Atelier des Künstlers zeigt der Rundgang ein lebendiges Bild vom Haus Coburg.

Besucher haben Reproduktionen von Værslevs Gemälde erstellt

Anschließend gibt es in der Remise des Hauses, in der sich zurzeit eine Malwerkstatt befindet, die Möglichkeit, mit Aneta Palenga die Ergebnisse des Malereisommers zu betrachten. Hier haben Besucherinnen und Besucher eine kollektive Reproduktion von Værslevs 16 Meter langem Gemälde „Ohne Titel (sunset)“ geklebt. Auch das Finissage-Publikum kann ein Teil davon werden. Wer Lust hat, kann selbst Hand anlegen und ein weiteres Blatt kleben. Außerdem eignet sich die Arbeit hervorragend als Selfie-Kulisse. Zum Ausklang des Nachmittags gibt es Kaffee, Tee und Süßes.