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Ferienaktion für Kinder Bogenschießen wie im Mittelalter in Delmenhorst

Von Frederik Grabbe | 26.08.2015, 19:39 Uhr

Es kommt auf Zielgenauigkeit an, aufs Zielen aber nicht: Bogensportler haben im Rahmen einer Ferienaktion zehn Kinder im traditionellen Bogenschießen unterwiesen.

Einen Finger über die Nocke, zwei darunter. Dann die Sehne spannen – und loslassen. Der Pfeil zischt in die Zielscheibe. Das Zentrum ist verfehlt, aber die Spitze war nah dran. „Der Lernerfolg beim Bogenschießen stellt sich schnell ein“, sagt Thorsten Kramer. Er ist Mitglied im Verein Bogensport Delmenhorst . Genauer: in der Sparte Traditionelles Bogenschießen . Zusammen mit dem Stadtmuseum hat der Verein am Mittwoch eine Ferienaktion angeboten, bei der Kinder Pfeile bauen und Bogenschießen – und die Betreuer in mittelalterliche Kluft gehüllt sind.

Filzmütze, Lederschuhe, Tunika

Traditionelles Bogenschießen, dass heißt Holzbogen und Holzpfeile. Moderne Sportbögen etwa aus Carbon sucht man vergebens. Zudem komme es eher auf Intuition an, als auf exaktes Zielen, so Kramer. „Beide Augen sind geöffnet, bevor der Pfeil losgelassen wird. Es ist eine Frage des Bauchgefühls.“ Kramer trägt eine spitz zulaufende Filzmütze, eine braune Tunika und Lederschuhe. „Wir möchten Bogenschießen wie im Mittelalter. Für uns gehört auch die Kleidung dazu“, sagt Kramer. „Wenn ich mir eine Tunika überstreife, ist es wie im Urlaub.“

Wildschwein als Ziel

Die Bögen der Kinder haben eine Zugkraft von rund 17 Pfund. „Das ist schon nicht so leicht zu spannen und zu ankern“, sagt Jan-Eric (10). Das Fachvokabular beherrscht er offenbar bereits. Zielsicher ist er auch: „Mein erster Schuss auf das Schwein hat gesessen“. Der Verein nutzt Tiere aus Gummi als Ziele. Heute muss ein Wildschwein als Zielscheibe herhalten.

„Erfolgserlebnisse vermitteln“

„Es geht uns darum, Erfolgserlebnisse zu vermitteln und weniger um die Mitgliederwerbung“, sagt Axel Sander. Er zeigt den Kindern, wie sie sich selbst Pfeile aus Zedernholz bauen. Pfeile schleifen, anspitzen, Federn ankleben und individuell markieren steht für die Kinder an.

Das Stadtmuseum hat dieses Jahr an zwei Terminen zum ersten Mal mit den Bogensportlern kooperiert, sagt Museumspädagogin Gerda Hartmann. Die Kinder hätten Spaß, die Aktion solle wiederholt werden. „Vielleicht verbinden wir beim nächsten Mal das Bogenschießen mit mittelalterlichen Aspekten aus dem Stadtmuseum.“