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Ferienaktion in Delmenhorster Museum Delmenhorst: Waschen wie zu Urgroßmutters Zeiten

Von A. Schnackenburg | 05.10.2016, 20:15 Uhr

„Am Ende werden sie alle nass sein“: Im Museum auf der Nordwolle finden Kinder während der Ferien gerade heraus, wie es sich zu Großmutters Zeiten gelebt hat. Am Ende soll eine Ausstellung über das Projekt entstehen.

„Kinderarbeit“ im Nordwolle-Museum: Seit Dienstag versuchen dort zehn Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis elf Jahren auf spielerische Weise ein „Leben wie zu Urgroßmutters Zeiten“ nachzuvollziehen. Anhand zahlreicher historischer Fotografien und Arbeiterbiografien stellen sie typische alltägliche Situationen nach, schlüpfen hierfür in die Rollen der Arbeiterinnen und Arbeiter sowie der Kinder von anno dazumal. Es handelt sich bereits um die sechste Museobilbox, welche das Museum seit 2014 in Kooperation mit dem Jugendhaus Sachsenstraße sowie dem Nachbarschaftszentrum Wollepark ausrichtet. Und wie jedes Mal mündet das Ferienprojekt in eine Ausstellung, welche die Kinder um die Museumspädagogin Jana Harriefeld am kommenden Sonntag, 9. Oktober, um 11 Uhr im museumspädagogischen Raum des Nordwolle-Museums eröffnen. Der Eintritt ist kostenlos.

„Am Ende werden sie alle nass sein“

Gilt es für die Jungen und Mädchen heute, ohne Strom zu kochen, eine Gemüsesuppe zuzubereiten sowie einen Apfelstrudelkuchen und Brötchen zu backen, so stand am Mittwoch der „Waschtag“ auf dem Programm der Kinder. „Das lieben sie besonders“, kommentierte Jana Harriefeld mit Blick auf die großteils nicht mehr ganz trockenen Kinder, welche sich zwischen Zinkwannen, Waschbrettern, Waschstampfern und der Wäschemangel zu schaffen machten. „Am Ende werden sie alle nass sein.“

Projekt kam schon im Vorjahr gut an

Harriefeld weiß, wovon sie redet. Obschon sich das Museobilbox-Team üblicherweise jedes Mal um ein neues Programm bemüht, richtet es das „Leben wie zu Urgroßmutters Zeiten“ mitsamt Waschtag in sehr ähnlicher Form aus wie bereits im Vorjahr: weil es so gut angekommen sei, erklärt die Museumspädagogin.

Lieber putzen bei den Lahusens als in der Fabrik

Dem kann sich die zehnjährige Sarah nur anschließen. Sie ist als einzige Teilnehmerin nicht nur schon bei vorigen Museobilbox-Projekten dabei gewesen, sondern gar bei allen fünf. Als „Sophia“ steuert sie dieses Mal eine Karriere als Putzfrau der Lahusens an, möchte sich aber ausbedingen, ausschließlich das Büro sauber zu halten. In der lauten, stinkenden Fabrik, so ihr Argument, wolle sie lieber nicht arbeiten. Schließlich müsse es auch zu Urgroßmutters Zeiten Frauen gegeben haben, die nicht gar so schwer hätten schuften müssen.

Ausstellung wird eine Woche lang zu sehen sein

Die Ausstellung zur Museobilbox wird nach der Eröffnung am kommenden Sonntag, 11 Uhr, mindestens eine Woche im Nordwolle-Museum zu bewundern sein. Anschließend „wandert“ die Schau ins Nachbarschaftszentrum Wollepark.