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Fest vor und in Markthalle 60 Jahre Bundeswehr in Delmenhorst mit Fest gewürdigt

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 09.09.2016, 19:46 Uhr

„Wir können dankbar sein, für das, was die Bundeswehr der Stadt bietet.“ Dankbare Worte richtete Oberbürgermeister Axel Jahnz am Freitag an die Militärvertreter. Dem 60-jährigen Bestehen des Garnisonsstandortes Delmenhorst wurde ein Fest gewidmet.

Vertreter der Bundeswehr und Gäste aus Politik und Gesellschaft haben am Freitag in Delmenhorst das 60-jährige Bestehen des Militärstandortes in der Stadt gefeiert. Bei einem Festakt zu Ehren der jahrelangen Zusammenarbeit zwischen Militär und Zivilgesellschaft in der Markthalle dankte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) den anwesenden Soldaten für ihr Engagement. „Die Stadt Delmenhorst ohne Kaserne der Bundeswehr kann und will ich mir nicht vorstellen“, sagte Jahnz, dessen Vater schon als Soldat in Delmenhorst stationiert war.

Die Öffnung der Kaserne in Adelheide für Flüchtlinge habe zuletzt gezeigt, von welcher Wichtigkeit der Standort der Bundeswehr für die Stadt sei. „Wir hätten diese Aufgabe nicht schaffen können, wenn wir Sie nicht gehabt hätten“, wandte sich Jahnz an die Militärvertreter.

Stationierte Soldaten im zivilen Einsatz in der Stadt

Generalmajor Volker Thomas, Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr und ursprünglich Delmenhorster, bekräftigte die Bedeutung der anwesenden Soldaten für die Stadt. Chronologisch erinnerte er an Momente der vergangenen 60 Jahre, in denen das stationierte Militär der Zivilbevölkerung beigestanden und Hilfe geleistet hat. Er blickte zurück auf Schneekatastrophen in den 60er und 70er Jahren oder Überschwemmungen der Innenstadt. „Die Bürger bedanken sich, indem sie den Soldaten das Gefühl geben zu Hause zu sein“, sagte Thomas.

Zusammen mit Oberstleutnant Stephan Frey, Kommandeur des in Adelheide stationierten Logistikbataillons 161, wies er auch auf Veränderungen in den letzten Jahrzehnten hin, die auch den Garnisonsstandort Delmenhorst direkt betrafen. Die Truppenreduzierung nach Ende des Ost-West-Konflikts oder durch die jüngste Reform vor fünf Jahren seien hier vor Ort unmittelbar zu spüren gewesen. „Bei aller Dynamik gab es eine Konstante: Wir waren und sind hier jederzeit willkommen“, gab Thomas den Dank an die zivilen Anwesenden zurück.

Chronik zeigt Geschichte auf

Mit all jenen Veränderungen am Garnisonsstandort hat sich in den vergangenen fünf Jahren der Oberstleutnant a.D. Kay Sachse beschäftigt und gemeinsam mit bis zu 15 ehrenamtlichen Helfern. eine Chronik der 60 Jahre erstellt. Diese überreichte er zum Abschluss des feierlichen Rahmens an Oberbürgermeister Jahnz. „Für den immer wieder bekundeten Stolz, Garnisonstadt zu sein, fand sich weder eine schriftliche noch eine bildliche Entsprechung“, sagte Sachse. Der ehemalige Luftwaffenoffizier verschriftlichte deshalb gemeinsam mithilfe der Mitarbeit von mehr als 15 Autoren und in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Archiv des dk die Geschichte des Garnisonsstandortes.

Militär öffnet sich den Bürgern

Derweil zeigten sich unterschiedliche Verbände der Bundeswehr auf dem Marktplatz den Delmenhorstern ungewohnt volksnah. Schon am Donnerstag hatten Soldaten vor dem Rathaus eine große Bühne aufgebaut, auf der das Luftwaffenmusikkorps Münster ein Platzkonzert gab. Lange vor Konzertbeginn waren die aufgebauten Sitzplätze belegt – vorwiegend ältere Menschen lauschten der Blasmusik.

Rundherum suchten die Gruppen der Bundeswehr den Kontakt zu den Bürgern. „Ich habe schon viele Menschen gesehen, die mit den Soldaten in Gespräche verwickelt sind“, sagte Axel Jahnz bei dem Festakt am Mittag. Bei der Karriereberatung sah man viele junge Menschen, die sich von Vertretern der Bundeswehr Berufsmöglichkeiten beim Militär aufzeigen ließen. Auch Sanitätsdienst, Militärseelsorger oder das Soldatenhilfswerk.

Technikbegeisterte konnten sich bei der Fahrzeugschau geparkte Militärfahrzeuge, wie Bergepanzer oder Kräne, genauer unter die Lupe nehmen.