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Neueröffnung wohl Ende 2018 Verkauf des Delmenhorster Hertie-Hauses besiegelt

Von Thomas Breuer | 13.06.2016, 20:09 Uhr

Der Verkauf der Hertie-Immobilie an der Langen Straße ist endlich auch formal vollzogen. Damit kann auch der vom Rat beschlossene Stadtumbauvertrag wirksam werden.

Das Warten hat ein vorläufiges Ende: Mit Datum vom 3. Juni ist die Erste Projektentwicklungsgesellschaft Delmenhorst als neue Eigentümerin der Hertie-Immobilie in das Grundbuch eingetragen worden. Für die Gesellschaft der zur Zech-Gruppe gehörenden Deutschen Immobilien Holding (DIH) teilte DIH-Aufsichtsratsvorsitzender Werner Uhde am Montag mit: „Mit dieser Eintragung sind die Voraussetzungen geschaffen, den Stadtumbauvertrag gegenzuzeichnen und damit wirksam werden zu lassen.“

In den Umbau fließen auch Steuermittel

Im Klartext: Nun können die neuen Hertie-Eigentümer die erste Tranche an öffentlichen Mitteln für den Hertie-Umbau einfordern. Der Stadtrat hatte im Februar mehrheitlich den Weg frei gemacht für Städtebaufördermittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro , die zu je einem Drittel von Stadt, Land und Bund aufgebracht werden sollen. Zur Finanzierung der Gesamtkosten von voraussichtlich 14,5 Millionen Euro dürften bis 2018 insgesamt 5,5 Millionen Euro Steuermittel fließen.

Vorderes Treppenhaus soll nun doch weichen

Ende 2018 soll dann laut Uhde die Hertie-Immobilie neu eröffnet werden. Über die Mieter ist derzeit noch nichts bekannt und mehr als Interessenten gibt es wohl auch nicht. Die wirklich intensiven Gespräche sollen geführt werden, wenn die Flächenaufteilung steht – und hier kündigt sich ein bislang nicht vorgesehener großer Wurf an: Das vordere Treppenhaus in der seit 2009 leer stehenden Immobilie soll nun doch herausgerissen werden. „Das erhöht die Variabilität des Gebäudes“, sagt Uhde – und eine für die Statik gefundene Lösung lasse dies zu.

Sichtbares Zeichen dafür, dass es vorangeht, soll ab kommendem Oktober der Abriss des maroden Hertie-Parkhauses sein. „Die Anwohner“, so Uhde, „werden wir darüber und konkret im Vorlauf informieren und gleichzeitig eine Beweissicherung in Auftrag geben, damit etwaige, durch den Abriss entstehende Schäden aufgenommen werden können.“

Uhde wünscht sich Parkhaus an anderer Stelle

Nach dem Abriss möchte Uhde dort wieder bauen, am liebsten Wohnraum. Doch der bisherige gemeinsame Vorstoß mit der Stadt, ein Parkhaus am Vorwerk anzusiedeln, wird von etlichen Anwohnern abgelehnt . „Im schlimmsten Fall bauen wir es wieder da, wo es jetzt steht“, sagt Uhde, „aber schön wäre das nicht.“

Am und im ehemaligen Kaufhaus selbst sollen die Arbeiten mit dem Abriss der Fassade und dem Rückbau einzelner Flächen im Frühjahr 2017 starten. „Als Eigentümer sind wir gefordert“, sagt Uhde. „Wir werden weiterhin mit großem Einsatz und gebündeltem Know-how unser Mögliches tun, die Umsetzung des gemeinsam mit Rat und Verwaltung besprochenen Konzepts zu realisieren.“