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Kurzfilmwettbewerb Delmenhorsterinnen siegen mit persönlicher Geschichte

Von Vincent Buß | 25.01.2019, 15:29 Uhr

Mit einem Film über Mobbing haben zwei Schülerinnen der Mosaikschule Delmenhorst einen Preis gewonnen, eine Auszeichnung auf Landesebene könnte nun folgen. Das Thema betrifft die beiden auch persönlich.

Lara ist neu an die Schule gekommen. Es wird über sie gelästert, sie wird beleidigt und sogar geschlagen. So geht das nun schon seit einem Jahr – jeden Tag.

"Jeden Tag" ist auch der Titel des Kurzfilms, den die 16-jährige Ronja Offer und die 14-jährige Sude Yünüak gedreht haben. Zwar sind Lara und ihre Geschichte nur ausgedacht. Aber sie haben einen wahren Kern. "Ich bin selbst neu auf eine Schule gekommen", erklärt Sude. "Und wurde gemobbt."

Davon handelt der Film

Im Film geht Lara durch die Räume der Mosaikschule: immer alleine, die Hände schüchtern verschränkt, das Gesicht von den Haaren bedeckt. Alles ist farblos und bis auf leise Klaviermusik auch lautlos. Auf einmal wird das Bild farbig, man hört eine Klasse, die lärmt, während Lara schreibt. Doch im nächsten Moment ist alles wieder trist: Lara ist trotz Gesellschaft alleine. Ein anderes Mädchen erzählt auf Pappschildern Laras Geschichte. Sie beendet sie mit den Worten: "Ich finde Lara gut und ich bin mit ihr befreundet." Und auf einmal ist alles farbenfroh und gut.

Der Jury des Kurzfilmwettbewerbs Filmklappe gefiel der Beitrag so gut, dass er in der Kategorie Förderschule im Bereich Delmenhorst und Weser-Ems unter etwa zwölf Filmen den Sieg holte – und damit 200 Euro. Sie lobte die reduzierte und dennoch ausdrucksstarke Darstellung. "Viele versuchen Filme mit viel Action zu drehen, aber dieser hier ist ganz ruhig", lobt Gabriele Waller vom Medienpädagogischen Zentrum Delmenhorst am Donnerstag, 24. Januar, bei der Preisübergabe in der Stadtbibliothek.

Mit einfachsten Mitteln gefilmt

Nur mit einem Handy ausgerüstet wurde gefilmt, freihändig ohne Stativ. Hilfe, vor allem beim Schnitt, bekamen Ronja und Sude vom Schulsozialarbeiter Jörn Lahme, der die beiden während eines Sommerferienprogramms der Delmenhorster Jugendhilfe-Stiftung betreute. Als er den Mädchen das Ergebnis präsentiert habe, seien die beiden noch nicht zufrieden gewesen, erinnert er sich lachend. Sie bestanden auf einer ganz bestimmten Schlusszene: Lara und ihre Freundin rennen ins Bild und rufen "Mobbing ist auch keine Lösung."

Wie auch Lara im Film hat Sude über Freunde einen Ausweg aus dem Mobbing gefunden. Da liegt es nahe, dass sie Lara spielt und Ronja deren Freundin. Am 5. und 6. Februar wird es für die beiden noch einmal spannend: Sie könnten dann in der nächsten Runde der Wettbewerbs, der in Aurich stattfindet, auf Landesebene ausgezeichnet werden. Egal, wie es ausgeht, Sude und Lara wollen gerne noch mehr Filme drehen.