Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Firmen klagen über Kundenrückgang Delmenhorster Geschäftsleute gehen gegen Abbiegeverbot vor

Von Jan Eric Fiedler | 19.01.2015, 19:40 Uhr

Von der östlichen Langen Straße darf nur noch nach rechts auf die Friedrich-Ebert-Allee abgebogen werden. Die Kaufleute empfinden die Regelung als geschäftsschädigend.

„Die töten unsere Straße ab!“ Friseur Caner Kiran findet deutliche Worte, wenn es um die neue Abbiegeregelung im östlichen Ende der Langen Straße geht. Gemeinsam mit den beiden Anliegern Philipp Wieting (Orthopädie Gerhard Wieting) und Olaf Topp (Allianz Versicherung) will er gegen das Verbot vorgehen.

Seit Ende Oktober darf vom östlichen Teil der Langen Straße nur noch nach rechts auf die Friedrich-Ebert-Allee abgebogen werden. Und seitdem beobachten die Anlieger, dass Autofahrer den Bereich der Langen Straße meiden. Die Laufkundschaft sei deutlich spürbar zurückgegangen. „Hier sind plötzlich alle Parkplätze frei“, sagt Kiran. „Das ist geschäftsschädigend. Wenn ich keine Stammkunden hätte, könnte ich dicht machen.“

Topp findet das Argument der Verkehrssicherheit wichtig: „Die Sicherheit muss auch vor dem persönlichen Interesse der Kaufleute stehen. Das sehe ich hier aber nicht gegeben“, sagt Topp. Es würde eher jetzt zu gefährlichen Fahrmanövern kommen: Ein Teil der Autofahrer nutzt nach ihren Beobachtungen jetzt die Kreuzung an der Lutherstraße, um dort zu wenden, ein anderer Teil verstopft die Rosenstraße. Manche würden sogar rückwärts durch die Lange Straße fahren.

Enttäuscht sind die Geschäftsleute von der Verwaltung. Denn informiert wurden sie über die Neuerung nicht. „Man kann nicht einfach eine ganze Einkaufsstraße übergehen“, sagt Kiran. Mit einem Schreiben zu ihrer Lage hatten sie sich am 10. Dezember an die Verwaltung gewandt, eine Antwort gab es erst am vergangenen Donnerstag.

„Schön wäre es, wenn die Stadt nun auf uns zugeht, wenn man versucht, sich zu einigen.“ Die Kaufleute wollen nun prüfen, ob im Notfall auch rechtliche Schritte gegen die Regelung möglich sind, falls es zu keiner Einigung mit der Verwaltung kommt.