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Firmenbesuch im Wahlkampf FDP bricht Lanze für Zeitarbeit in Delmenhorst

Von Kai Hasse | 23.08.2017, 18:04 Uhr

Bei der Delmenhorster Zeitarbeitsfirma „timeleas“ haben Politiker der FDP sich über Probleme des Metiers informiert. Anschließend bekräftigten Landtagskandidat Andreas Kuska und Bundestagskandidat Christian Dürr die Notwendigkeit von Zeitarbeit.

Bei der Zeitarbeitsfirma „timeleas“ in Delmenhorst haben die FDP-Wahlkandidaten Andreas Kuska und Christian Dürr sich über die aktuellen Probleme des Geschäftes informiert. Firmenchef Holger Moh setzte ihnen beispielsweise auseinander, dass die Restriktion auf 18 Monate Zeitarbeit für einzelne Arbeiter Probleme bereithalte. Und das für ihn als Arbeitskraft-Verleiher und die Fachunternehmen als Arbeitskraft-Ausleiher gleichermaßen. Selbst den Leiharbeitern selbst würde das neue Gesetz eher schaden.

Schlechtes Image sei überholt

Viele Unternehmen seien mit ihren Aufträgen an zeitlich begrenzte Projekte gebunden, erklärte Moh. Diese dauerten durchaus deutlich länger als 18 Monate. Laufen die 18 Monate Beschränkung für Zeitarbeit aus, stünden er, das Unternehmen und der Arbeiter vor einem Problem. Drei Monate lang könne er nicht mehr an selber Stelle eingesetzt werden. Das schlechte Image von Zeitarbeit sei überholt, meinte er. So zahle er mehr als den Mindestlohn. Und: Trotz des Fachkräftemangels und trotz des Umstandes, dass es durchaus „Kopfgeld“ für die Vermittlung von Fachkräften gäbe, blieben seine Elektriker bei ihm.

„Brücke“ zum regulären Arbeitsmarkt

Für Bundestagskandidat Christian Dürr stellen Zeitarbeitsfirmen eine „Brücke“ zwischen einer sehr konstanten Sockelarbeitslosigkeit und dem regulären Arbeitsmarkt dar. Es gäbe die Chance, dass Arbeiter sich durch gute Qualifikation einen Platz im Fachunternehmen erkämpfe. „Wer aber die Hoffnung hat, dass wir Zeitarbeit irgendwann abschaffen können, wird enttäuscht werden“, sagte er. Zeitarbeit halte den Arbeitsmarkt flexibel.

Frage der Qualifizierung

Landtagskandidat Andreas Kuska zog einen Vergleich zu anderen Ländern, in denen es eine starre Grenze zwischen Arbeitslosigkeit und Arbeit gebe – und keine Zeitarbeit. Gerade dort sei die Arbeitslosigkeit sehr hoch. „Erstaunlich ist auch, dass es einen Fachkräftemangel gibt, auch in Delmenhorst – wir aber dennoch eine Arbeitslosenquote von elf Prozent haben. Das ist dann eine Frage der Qualifizierung“, meinte er.