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Flammen lodern weiter Feuer in Delmenhorst hält mehr als 200 Kräfte in Atem

Von Thomas Breuer | 16.09.2016, 22:45 Uhr

Um 13.44 Uhr wurde der Brandalarm am JHD Mitte ausgelöst, gut sechs Stunden später lodern die Flammen noch immer.

Inzwischen sind laut Feuerwehrchef Thomas Stalinski 210 Einsatzkräfte vor Ort – alle verfügbaren Feuerwehrleute aus Delmenhorst, darüber hinaus Löschmannschaften aus dem Landkreis und der Stadt Oldenburg, aus Bremen und dem Landkreis Diepholz. Zwei Züge mit insgesamt 50 Männern und Frauen aus dem Landkreis Wesermarsch treffen gegen 19.40 Uhr ein, um ihre zum Teil entkräfteten Kameraden abzulösen.

Suppe und Getränke für die Einsatzkräfte

Das Technische Hilfswerk ist für die Ausleuchtung zuständig, das Deutsche Rote Kreuz und die katholische Kirche versorgen die hauptberuflichen und ehrenamtlichen Helfer mit warmer Suppe und Getränken.

Oberbürgermeister Axel Jahnz und seine für Gefahrenabwehr zuständige Fachbereichsleiterin im Rathaus, Petra Gerlach, suchen immer wieder das Gespräch mit den Wehrangehörigen, danken für deren große Einsatzbereitschaft. Weder unter den Beschäftigten, die zum Zeitpunkt, als das Feuer ausbrach, im Krankenhaus waren, noch unter den Einsatzkräften sind bis 20 Uhr Verletzte zu beklagen. Jahnz bezeichnet den gesamten Einsatz als „sehr gut organisiert“.

„Sehr eng und sehr schwierig“

Feuerwehrchef Thomas Stalinski lobt ausdrücklich die „sehr gute Arbeit der ersteintreffenden Kräfte“. Aber er sagt auch, für den Großeinsatz sei es insgesamt „sehr eng und sehr schwierig“.

„Wenn wir auch Patienten hätten retten müssen, hätten wir noch viel mehr Kräfte einsetzen müssen“, so Stalinski weiter. „Das wäre mit der bestehenden Zufahrtsregelung schon eine Herausforderung gewesen.“

Für die Feuerwehrkräfte erwartet er noch eine lange Nacht. Denn noch immer lodern Flammen unter dem Dach, das inzwischen einsturzgefährdet ist. Die Balken biegen durch, Stalinski und die anderen Verantwortlichen lassen ihre Leute nur von außen angreifen, schicken niemanden ins Innere dieser Bereiche. Viele Scheiben sind inzwischen geborsten oder für Löschzwecke eingeschlagen worden. Aus Diepholz wird eine Gelenkbühne erwartet, mit deren Hilfe es gelingen soll, das Dach abzutragen.

Große Lagebesprechung für Montag geplant

Eine Einheit aus Diepholz ist es auch, die den Grundbrandschutz für Delmenhorst aufrechterhält, während die Delmenhorster Kräfte an der Westerstraße gebunden sind.

Am Montagmorgen, so Oberbürgermeister Axel Jahnz, werde er alle Verantwortlichen zu einer großen Lagebesprechung erwarten. In dem Rahmen werde dann auch ausgelotet, ob es durch die Zerstörungen des Feuers Engpässe bei Versorgungsmaterialien oder Gerätschaften gibt.

Was angesichts des Feuerszenarios Priorität hat, fasst Jahnz in einen Satz: „Wir haben jetzt den großartigen Einsatz zu honorieren und keine Standortdiskussion zu führen.“