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Flüchtlinge gut integriert Dem Ankommen in Delmenhorst folgt das Miteinander

Von Heike Bentrup, Heike Bentrup | 18.07.2016, 20:32 Uhr

Mehrere Hundert Flüchtlinge haben in Delmenhorst ein neues Zuhause gefunden, einige von ihnen auf Dauer. Im Stadtteil Düsternort klappt das Miteinander auch dank der Arbeit des Nachbarschaftsbüros reibungslos.

Die Flüchtlingswelle ist spürbar abgeebbt, gleichwohl leben immer noch mehrere Hundert Asylsuchende in der Stadt, darunter 36 in der ehemaligen Kita Rappelkiste und 33 im Stadionwohnheim. Der Großteil von ihnen ist jedoch in Düsternorter Wohnungen der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG) untergebracht. „Viele Menschen sind angekommen, jetzt gilt es, Begegnungen den Bewohnern zu ermöglichen und zu schaffen. Der nächste Schritt ist das Miteinander“, berichtet Bea Brüsehoff aus dem Nachbarschaftsbüro Düsternort. Dass diese Vorgehensweise Früchte trägt und die Integration von Asylsuchenden unterschiedlicher Nationen mittlerweile zum Alltag im Quartier gehört, hat die vom Diakonischen Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land getragene Einrichtung seit Beginn der aktuellen Zuwanderungswelle bewiesen.

Staunen über die Gezeiten

Als jüngstes Beispiel nennt Brüsehoff den in Kooperation mit dem Jugendhaus Horizont organisierten Ausflug an die Nordsee nach Hooksiel, zu dem sich 73 Teilnehmer auf den Weg gemacht haben. Mit von der Partie waren nicht nur Ausflügler aller Altersklassen – vom Baby bis zur über 80-jährigen Seniorin –, sondern auch unterschiedlichster Nationalitäten, unter ihnen viele Flüchtlinge aus dem Mittleren Osten. „Für sie war es spannend, zu sehen, wie sich das Meer bei Ebbe zurückzog und plötzlich nur noch Watt blieb“, erzählt die Mitarbeiterin des Düsternorter Nachbarschaftsbüros.

Internationales Picknick

Im Vordergrund der Unternehmung stand jedoch auch in diesem Fall das Miteinander. „Bei derartigen Gelegenheiten kommen die Menschen ins Gespräch, bei der nächsten Begegnung auf der Straße in Düsternort ist der Neuankömmling dann nicht mehr einfach nur ,der Flüchtling‘, sondern hat einen Namen. Man kennt sich.“ Dazu tragen laut Bea Brüsehoff weiterhin Angebote wie das internationale Stadtteilpicknick 19. Juli ab 11.30 Uhr hinter dem Nachbarschaftsbüro an der Breslauer Straße 75, das Nordic Walking und die Nähwerkstatt bei.

Sprachtreffs gut besucht

Mit bis zu 40 Teilnehmern stark frequentiert sind auch das dienstags, 9.30 bis 11.30 Uhr im Jugendhaus Horizont an der Elbinger Straße geöffnete WinD-Café (Willkommen in Düsternort), die von Ehrenamtlichen geleiteten Alphabetisierungsgruppen sowie die Sprachtreffs. Letztere mussten aufgrund der großen Nachfrage zwischenzeitlich ins Gemeindehaus der Apostelgemeinde verlegt werden. „Die Flüchtlinge wollen die deutsche Sprache erlernen“, hat Bea Brüsehoff beobachtet.