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Flüchtlinge in Delmenhorst Ehrenamt fördert Integration

Von Mareike Bader | 12.09.2017, 21:32 Uhr

Das Angebot für Flüchtlinge ist gut vernetzt. Ehrenamtliche werden weiterhin gebraucht.

Die verschiedenen sozialen Einrichtungen haben auf die Flüchtlingswelle mit unterschiedlichen Angeboten reagiert. Eins haben sie gemeinsam: Sie leben durch ehrenamtliches Engagement. Mehr als 400 Menschen bringen sich in Delmenhorst regelmäßig ein, schätzt Franz-Josef Franke, Kreisgeschäftsführer der hiesigen Diakonie.

Es gebe für jeden eine Stelle, sich einzubringen, lautet sein Appell. Er rät dabei an die eigenen Stärken und Neigungen zu denken. Unter den Ehrenamtlichen herrsche oft Fluktuation. „Das ist das Wesen des Ehrenamts“, sagt Lutz Gottwald von der städtischen Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe.

Die Integration funktioniere besonders über den privaten Bereich, sagt Franke.Es sei wichtig, Flüchtlinge in Delmenhorst ankommen zu lassen, sagt auch Muhanad Paulus, stellvertretender Vorsitzender der Integrationslotsen. Daher sei es wichtig, die Aufnahme in der jeweiligen Muttersprache zu machen. Es könne nicht erwartet werden, dass die Geflüchteten auf Anhieb Deutsch sprächen.

Sprachkurse helfen im Alltag

„Es ist bei vielen das Bewusstsein da, dass sie die Sprache lernen sollen und wollen“, betont die ehrenamtliche Sprachkursleiterin Marietta Binner-Ehsan. Das Angebot dazu ist vielfältig und niedrigschwellig. Da geht es darum, wie man sich eine Busfahrkarte, der Einkauf auf dem Markt oder wie die Dinge in der Küche denn auf deutsch heißen. Das Café Kö des Roten Kreuzes oder das WinD-Café in Düsternort bieten Treffpunkte direkt im Lebensumfeld. Etwa 80 Prozent der Angebote seien im Bereich Bildung, sagt Jürgen Schulz von der Bürgerstiftung. Darunter fällt auch Nachhilfe in den Schulen, etwa fürs Lesen oder bei Mathematik.

„Delmenhorst ist gut vernetzt“, sagt Paulus. Auch die anderen bestätigen die gute Zusammenarbeit, die neben Diakonie, den Integrationslotsen, dem Roten Kreuz und der Bürgerstiftung auch Caritas und Awo einschließe. Binner-Ehsan ruft dazu auf, offen auf Flüchtlinge zu reagieren: „Integration ist keine Einbahnstraße.“ Es sei sehr wichtig, den Kontakt zu Deutschen zu finden, um sich an das neue Umfeld zu gewöhnen, betont auch Wolfgang Witt, der als Pate eine Mutter und ihre Tochter betreut.