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Flüchtlinge in Delmenhorst Helfer bereiten Notunterkunft in Sporthalle am Stubbenweg vor

Von Frederik Grabbe | 16.10.2015, 14:28 Uhr

Ein paar Dutzend Kopfkissen und Decken haben gefehlt noch am Freitagvormittag, doch die Sporthalle am Stubbenweg sah schon weitestgehend bewohnbar aus: Rund 45 ehrenamtliche Helfer der Freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter haben am Freitag eine provisorische Unterkunft für Flüchtlinge in der Sporthalle am Stubbenweg aufgebaut.

  • Am Samstag kommen 100 zusätzliche Flüchtlinge in Delmenhorst an, eine Woche später folgen weitere 100.
  • Helfer der Freiwilligen Feuerwehr, des DRK, THW und der Johanniter haben am Freitag 110 Feldbetten in der Sporthalle am Stubbenweg aufgebaut.
  • Unterdessen meldete die Bundeswehr, dass ab Januar 450 Flüchtlinge acht Gebäude der Adelheider Kaserne beziehen können.

In nächster Nähe zum Schulzentrum West sollen am Samstag 100 Flüchtlinge untergebracht werden. Oberbürgermeister Axel Jahnz hatte am Mittwoch in der Markthalle bei einer Infoveranstaltung zur Flüchtlingshilfe in der Stadt für diesen und den Samstag kommender Woche die Ankunft von 200 Flüchtlingen über das Kontingent hinaus angekündigt. „Um sicher zu gehen, haben wir 110 Betten aufgestellt und halten noch eine Reserve an Betten vor“, sagte Feuerwehrsprecher Daniel Engels vor Ort in der Halle, die ab Samstag eine „Sondernotunterkunft“ sein wird. Bei einem Treffen um 9 Uhr auf der Wache seien einzelne Aufgaben verteilt worden, danach machten sich die Helfer an die Arbeit.

(Weiterlesen: Flüchtlinge ziehen in Turnhalle am Stubbenweg)

Feldbetten, Kleidung, Teddys

Unter anderem achteten die Helfer laut Engels darauf, Versorgungs- und Fluchtwege freizuhalten. Aktuell werden von der Stadt noch einige Arbeiten in den Nebenräumen der Halle verrichtet. Unter richtet sie eine medizinische Erstversorgung ein, in der zwei Ärzteteams Flüchtlinge untersuchen sollen, teilte Stadtsprecher Timo Frers auf Nachfrage mit.

Zudem wurden rund 80 Säcke mit Kleidungsstücken von den Ehrenamtlichen in die Halle getragen, die kurzfristig von der Stadt organisiert worden sind. Die Feuerwehr steuerte beispielsweise einen Karton mit Teddybären für Kinder bei. „Die Teddys kommen normalerweise bei Rettungseinsätzen zum Einsatz, um Kinder in der Situation abzulenken“, so Engels. „Mich freut es, dass wir am Freitagmorgen, zu einer Zeit, in der die Helfer ihren eigentlichen Jobs nachgehen, so viele Ehrenamtliche zusammenbekommen haben“, sagte der Feuerwehrsprecher.

Zahl der Flüchtlinge wächst von 500 auf 700

Aktuell befinden sich nach jüngsten Angaben der Stadt rund 500 Flüchtlinge und Asylbewerber in Delmenhorst. Nach diesem und kommendem Samstag werden es dann 700 sein. Wie viele möglicherweise bei verwandten Bewohnern der Stadt untergekommen sind, ist nicht bekannt. Wie und wo die nächsten 100 Flüchtlinge ab kommenden Samstag untergebracht werden, sagte die Stadt noch nicht. „Wir haben die Nachricht, 200 Flüchtlinge zusätzlich unterbringen zu müssen, vor nicht einmal 48 Stunden erhalten“, sagte Frers am Freitagmittag. „Wir werden eine Lösung präsentieren. Alle tun ihr Möglichstes.“

Unterdessen teilten am Freitag Bundeswehr und Stadt mit, dass ab Januar 450 Flüchtlinge und Asylbewerber in acht Gebäuden der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne unterkommen können.

(Weiterlesen: Themenportal Flüchtlinge in Delmenhorst)