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Flüchtlinge in Sporthallen Stadtsportbund Delmenhorst bringt Verständnis auf

Von Thomas Breuer | 20.10.2015, 21:28 Uhr

Wie die Vereine ist auch der Stadtsportbund Delmenhorst vom plötzlichen Einzug der Flüchtlinge in Sporthallen überrascht worden. Vorsitzender Holger Fischer äußert sich im Interview zur Lage.

  Herr Fischer, wie überrascht sind Sie, dass jetzt drei Sporthallen im Stadtgebiet für Flüchtlinge benötigt werden? 

Damit haben wir nicht gerechnet, zumal noch am 29. September im Sportausschuss geäußert worden ist, dass die Verwaltung nicht darüber nachdenkt, Sporthallen mit Flüchtlingen zu belegen. Die Entwicklung war für uns überraschend, aber wohl auch für die Stadt, weil sie in der vergangenen Woche erst so kurzfristig vom Land Bescheid bekommen hat, dass sie bis zu 200 weitere Flüchtlinge aufnehmen muss.

  Sie haben also Verständnis dafür, dass der Sport in den drei Hallen vorläufig zurückstehen muss? 

Ich habe Verständnis für die Situation der Stadt, aber auch für die Vereine, die jetzt schimpfen.

  Der Sport fügt sich erst einmal. 

Was sollen wir als Sportler jetzt gegen die Belegung Sturm laufen? Ich möchte nicht derjenige sein, der die Hallen für den Sport beansprucht und die Flüchtlinge ins Freie schickt. Das wäre ein Unding. Die Sporthallen bieten nun mal alle Voraussetzungen, die man zunächst braucht, um die Menschen unterzubringen.

  Wie transportieren Sie diese Haltung in die Vereine? 

Ich habe gerade erst eine Mail an die Vereine geschickt mit der Bitte, diejenigen zu unterstützen, die von Hallenschließungen betroffen sind. Als Sportler sollten wir jetzt zusammenrücken.

  Welche Stimmung wird Ihnen aus den Vereinen übermittelt? 

Im Allgemeinen scheint es so zu sein, dass die Vereinsführungen erst einmal Verständnis zeigen. Wie das wird, wenn es sich länger hinzieht, kann ich nicht sagen. Am 11. November wird es einen Präsidentenstammtisch geben, in dessen Verlauf das Thema eingehend besprochen werden soll. Wir hoffen, dass uns nicht noch mehr Hallen genommen werden.

  Insgesamt wirken Sie zuversichtlich, dass alles in geordneten Bahnen verläuft. 

Im Moment ist es ja ruhig. Man kann nur hoffen, dass es so bleibt. Zu den Unterkünften bei der Bundeswehr in Adelheide ist mir gesagt worden, dass sie vielleicht Anfang Januar bezogen werden können.