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Flüchtlinge oft gut qualifiziert Delmenhorster Jobcenter-Chef sieht viel Potenzial

Von Heike Bentrup | 02.06.2015, 21:30 Uhr

Der neue Geschäftsführer des Delmenhorster Jobcenters, Frank Münkewarf, sieht großes Potenzial in den zu erwartenden Asylbewerbern. „Sie sind hoch motiviert und qualifiziert“, sagt er.

Der verstärkte Zuzug von EU-Bürgern aus Osteuropa wie Bulgarien und Rumänien, aber auch die zu erwartenden Flüchtlinge, insbesondere aus Syrien und dem Libanon, macht sich auch im Delmenhorster Jobcenter bemerkbar. „Im Vergleich zu den Zahlen Ende Mai vergangenen Jahres ist der Bestand an Arbeitslosen, die Leistungen des Jobcenters beziehen, um 109 auf 3438 angestiegen“, berichtete Frank Münkewarf, Geschäftsführer des Delmenhorster Jobcenters, gestern.

Unter den Betroffenen seien rund 1005 Ausländer, Ende Mai vergangenen Jahres waren es 843 Arbeitslose ohne deutschen Pass. „Es melden sich mittlerweile verstärkt auch Bulgaren und Rumänen“, so der Jobcenter-Chef. Sie hätten als EU-Bürger während ihres Aufenthaltes in Deutschland Leistungsansprüche nach dem sogenannten Sozialgesetzbuch (SGB) II erworben.

Angesichts der Flüchtlinge, vorwiegend aus dem Nahen Osten, die noch in Delmenhorst erwartet werden, sieht Münkewarf ein großes Potenzial an Arbeitskräften für den hiesigen Markt. „Die Menschen sind größtenteils gut qualifiziert, hoch motiviert und wollen die deutsche Sprache erlernen“, berichtet Münkewarf. Daher müsse es vorrangig darum gehen, diese Kunden, möglichst rasch in Sprachkurse zu bringen und sie auf die Eingliederung in den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Viele von ihnen brächten Zeugnisse und Ausbildungsnachweise mit. Um eine gezieltere Vermittlung zu erleichtern, sei vorgesehen, schon vor Ort in den Übergangslagern Vermittler von Arbeitsagenturen und Jobcentern einzusetzen. Außerdem sei das Anerkennungsverfahren auf wenige Monate zu verkürzen.

Davon profitierten nicht nur die Asylbewerber, sondern auch die Mitarbeiter suchenden Unternehmen. Neben Fachkräften werden über den Arbeitgeberservice des örtlichen Jobcenters aktuell auch Helferstellen in verschiedenen Bereichen besetzt.

Insgesamt sind 10728 Leistungsempfänger gemeldet. Das sind 23 weniger als im Vormonat, im Mai 2014 waren es 10584. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften liegt bei 5297 und hat sich nur geringfügig verändert.