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Flüchtlinge und EU-Zuwanderer Integration in Delmenhorst soll in allen Lebensbereichen gelingen

Von Thomas Breuer | 03.03.2015, 23:41 Uhr

Delmenhorst lässt sich offensichtlich schon eine Menge einfallen, um Zuwanderer zu integrieren. Doch mit den zu erwartenden Flüchtlingsströmen wachsen auch die Herausforderungen.

Wertvolle erste Orientierungshilfen bekommen Zugewanderte in Delmenhorst unweit einer Rolltreppe in einer wenig einladenden Passage. Was die ehrenamtlich tätigen Integrationslotsen in ihrer Anlaufstelle im Erdgeschoss des Kaufparks leisten, hat laut Stadtverwaltung „eine große Bedeutung“. Die Einrichtung werde zunehmend mehr genutzt und bilde eine Art Willkommens-Center.

23-seitiges Handlungskonzept

So steht es in einem 23-seitigen Handlungskonzept zum Umgang mit der verstärkten Zuwanderung von Flüchtlingen und Menschen aus den EU-Ländern nach Delmenhorst. Am kommenden Dienstag, 10. März, werden sich gleich vier Fachausschüsse gemeinsam mit dieser Ausarbeitung befassen – in öffentlicher Sitzung ab 17.30 Uhr in der Markthalle.

Bereits vor einem Jahr hatte der Rat den Entwurf eines Handlungskonzeptes zum Migrations- und Teilhabemanagement beschlossen. Es wurde erarbeitet, beschlossen – und ist angesichts der neuen Vorzeichen weiterzuentwickeln.

„Wir-Gefühl“ ist das oberste Ziel

„Die Stadt Delmenhorst“, so das Papier, „sieht es weiterhin als ihre Aufgabe an, Gruppen, die besonderer Unterstützung bedürfen, nicht aus der Gesellschaft auszugrenzen, sondern zu integrieren.“ Oberstes Ziel sei es, in der Stadt durch Integration ein „Wir-Gefühl“ zu schaffen.

Wie das generell geht, steht auch im Konzept, in Sätzen wie: „Das Erlernen der deutschen Sprache ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Integration und eröffnet oder verschließt die Chancen für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.“ Dass es bereits einige Angebote gibt, die deutsche Sprache zu erlernen, zeigt das Konzept auf.

Wünschenswert wäre eine Clearingstelle

Überhaupt wird eine Vielzahl von Maßnahmen, Institutionen und Wegen dargelegt, die eine gute Integration zum Ziel haben. Doch die Bestandsaufnahme weist auch auf Lücken hin. Wünschenswert, heißt es, sei eine Clearingstelle für das Ermitteln von Kenntnissen, Fertigkeiten und Potenzialen, die zugewanderte Schüler und junge Erwachsene mitbringen. Eine sozialpädagogische Begleitung könne nicht nur sicherstellen, dass diese Menschen in den richtigen Bildungseinrichtungen landen, sondern auch die Eltern einbeziehen.

Wichtig sei zudem, nicht nur auf Flüchtlinge einzugehen. Gleichermaßen müssten Maßnahmen und Angebote für Zuwanderer vor allem aus den ärmeren osteuropäischen Ländern ausgebaut werden.