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Flüchtlings-Integrationsfonds Fröbelschule soll inklusives Integrationszentrum werden

Von Frederik Grabbe, Frederik Grabbe | 25.10.2017, 16:52 Uhr

Die Fröbelschule in Düsternort soll ein inklusives Integrationszentrum werden. Die Mittel hierzu sollen aus dem Integrationsfonds des Landes zur besseren Integration von Flüchtlingen entnommen werden. Dies wurde am Dienstag im Sozialausschuss mitgeteilt. Träger dieses Zentrums soll die Awo sein. Nun muss noch der Rat zustimmen.

Die Fröbelschule dient derzeit als Notunterkunft für Menschen aus den Wollepark-Blöcken 11-12, bis vor Kurzem wohnten noch Flüchtlinge in der früheren Förderschule. Im Geiste dieser Nutzung soll das Gebäude nun weitergenutzt werden: 475.000 Euro aus dem Integrationsfonds des Landes sollen dazu genutzt werden, um die Schule zu einem inklusiven Integrationszentrum unter der Trägerschaft der Awo umzubauen. Wie dieses konkret aussehen soll, stellte am Dienstag Awo-Pädagogin Saskia Kamp im Sozialausschuss vor.

 (Weiterlesen: Integrationsfonds - Vier Millionen Euro fließen in sechs verschiedene Maßnahmen) 

Anlaufplatz für Zugewanderte

„Im Grunde soll es einen ersten Anlaufplatz für Zugewanderte bieten“, umriss Kamp. In der früheren Schule sollen zentral Deutsch-, Alphabetisierungs- oder Integrationskurse angeboten werden, wie es bereits jetzt verschiedene Bildungsträger tun. Um Migranten effektiver an den Arbeitsmarkt heranzuführen, soll in den Räumen niedrigschwellig Orientierung gegeben werden. „Viele Zugewanderte waren im Heimatland ja beruflich tätig, ihr Abschluss wird hier aber nicht anerkannt“, so Kamp. Schnupperangebote in Betrieben oder Praktika, die im Zentrum vermittelt werden, sollen darum helfen, neue Perspektiven zu vermitteln. Zudem sprach Kamp von einem Schwarzarbeitsmarkt in Delmenhorst, in dem Flüchtlinge Arbeit verrichten, aber teilweise nicht bezahlt werden. Die Informationsarbeit im Zentrum solle dazu beitragen, solche Entwicklungen zu verhindern.

Kinderbetreuung, Hilfe mit dem Amt, Kochkurse

Auch losgelöst von Sprache und Arbeit will sich die Awo breit aufstellen: Angebote zur Kinderbetreuung etwa während der Kurszeiten, eine Werkstatt mit Ehrenamtlichen, um kleine handwerkliche Arbeiten zu ermöglichen, Kontakt zu ansässig gewordenen Migranten mit gleicher Muttersprache, die nötigenfalls im Umgang mit Ämtern oder dem Jobcenter vermitteln, ein Gartenprojekt, Kochkurse oder Männertreffen sollen weitere Angebot des Integrationszentrums sein. „Wir wollen eine Sogwirkung erzeugen: Jemand, der wegen eines Sprachkurses kommt, soll auch über die Hebammen-Sprechstunde erfahren oder eben den vielen anderen Angeboten“, sagte Kamp.

„Einrichtung für alle“

Auch wenn die Einrichtung vor dem Hintergrund der Integration entstehe, stellte die Pädagogin klar, dass das Zentrum ausdrücklich eine „Einrichtung für alle“ – also auch für Einheimische – sein solle. Darum sollen auch Träger wie die VHS oder die Kunstschule Raum erhalten. Kamp: „Ich finde es schade, wenn unterschiedliche Kulturen regelrecht Angst voreinander haben und es ist schlimm, dass gewisse Parteien diese Angst weiter schüren. Das Zentrum soll ein Ort ohne diese Angst sein.“ Mit „gewisse Parteien“ meinte Kamp offenbar die AfD, deren Ratsherr Yakup Seven jedenfalls fühlte sich jedenfalls angesprochen. „Es ist unerhört zu sagen, die AfD würde Angst schüren. Die Partei benennt offensichtliche Missstände.“