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Flüchtlingsbetreuung Delmenhorst Jahnz bietet AWO „Spitzengespräch“ an

Von Marco Julius | 04.02.2016, 22:32 Uhr

Ob die AWO künftig und vertraglich abgesichert Flüchtlinge betreut, ist offen. Axel Jahnz bietet Gespräche an.

Die AWO hat auch am Donnerstag, einen Tag nach der hitzigen Debatte um den Betrieb der Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge, mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften Flüchtlinge in den Turnhallen betreut. Sie will das auch in Zukunft machen, wie Dr. Harald Groth, Vorsitzender der AWO, auf Nachfrage bekräftigte. Er hofft weiter darauf, dass der vorbereitete Vertrag, den die Politik – wie berichtet – vorerst auf Eis gelegt hat, damit die Stadt ein eigenes Konzept ohne Beteiligung der AWO vorstellen kann, zustande kommt. Und das schnell, denn die AWO brauche eine Rechtsgrundlage und Sicherheit für die Mitarbeiter, die sich in der Probezeit befänden.

Offenbar schwere Verwerfungen

Offenbar war es aber in den Verhandlungen zwischen der AWO und der Stadtverwaltung zu derart schweren Verwerfungen gekommen, dass Fachbereichsleiter Rudolf Mattern in der Ausschusssitzung von der eigenen Vorlage abwich und die Stadt selbst ins Spiel brachte, nachdem er zuvor noch den mit der AWO gefundenen Kompromiss erläuterte. „Die AWO hat sich mehr bewegt als wir“, so Mattern. Rund 1,75 Millionen Euro müsste die Stadt an die AWO – übrigens einziger Bewerber unter den Wohlfahrtsverbänden – für die umfassende Betreuung überweisen. Matterns Ankündigung, die Stadt könne die Betreuung der Hallen für weniger Geld selbst leisten, war im Ausschuss bei den Kritikern des Vertrages auf fruchtbaren Boden gefallen.

Kalmis kritisiert „Filz“

Murat Kalmis (FDP) wollte der AWO von vornherein keinen Freifahrtschein ausstellen und verwies „auf den bitteren Beigeschmack, dass Leute aus dem politischen Spektrum mit Verträgen versorgt werden“. Die Frage zur Betreuung, die Sascha Voigt (UAD) formuliert hatte („Kann die Stadt das nicht selber?“), war nach Matterns Äußerung aber vorerst beantwortet.

Groth war auch am Tag nach der Ausschusssitzung „mehr als überrascht“ von der Vorgehensweise der Verwaltung. „Der Vertrag, der zur Abstimmung gestellt werden sollte, ist sowohl mit Rudolf Mattern als auch mit Oberbürgermeister Axel Jahnz ausgehandelt worden. Die Verwaltung hat die Vorlage erstellt.“

„Spitzengespräch“ am Montag möglich

Jahnz hat Groth am Donnerstag nach eigenen Worten ein „Spitzengespräch“ angeboten. Er will unter anderem die Themen Betreuungsschlüssel und Verwaltungskostenpauschale ansprechen, um der Stadt Kosten zu sparen. „Die AWO leistet bis dato gute Arbeit“, sagte Jahnz auf Nachfrage.

Groth bezweifelt unterdessen, dass die Stadt die Betreuung bei gleichbleibender Qualität günstiger bewerkstelligen könnte. „Dazu kommt, dass der Mehrwert, den die AWO über die zahlreichen Ehrenamtlichen bietet, wegfiele.“