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Flüchtlinsangebot in Delmenhorst: Delmenhorst eröffnet Möbellager für Flüchtlinge

Von Michael Korn | 12.11.2015, 13:45 Uhr

Die Stadt Delmenhorst eröffnet zusammen mit der Caritas am 1. Dezember 2015 ein Möbellager für Flüchtlinge. Das gab Oberbürgermeister Axel Jahnz am Donnerstag, 12. November 2015, bekannt

Delmenhorst baut die Versorgung von Flüchtlingen weiter aus: Die Stadt eröffnet zusammen mit der Caritas, dem Sozialverband der katholischen Kirche, am 1. Dezember 2015, ein Möbellager für Flüchtlinge. Die rund 600 Quadratmeter große Halle des ehemaligen Sozialbetriebs Neue Arbeit an der Stadthofstraße in Delmenhorst soll Wohngegenstände aufnehmen, die für die Ausstattung von Wohnungen zugewiesener und registrierter Asylbewerber vorgesehen sind. Vermieter des Lagers ist der Verband Islamischer Kulturzentren (VIKZ), der die Räumlichkeiten der Neuen Arbeit aus einer Zwangsversteigerung gekauft hatte und größtenteils dem örtlichen Delmenhorster Integrations- und Bildungsverein (DIBV) zur Verfügung stellt. Dessen Moschee an der Bremer Straße war platzmäßig an seine Grenzen gestoßen. Der Vertrag wird zunächst für ein Jahr geschlossen, berichtete Jahnz. Die Caritas als Betreiberin des Möbellagers wird den Angaben zufolge auch mit der Delmenhorster Abfallwirtschaft (ADG) zusammenarbeiten, die bei der Sperrmüllabfuhr gut erhaltene Möbelstücke an das Lager weitervermittelt.

Weiteres Lager für Betten

Die Stadt Delmenhorst wird laut Jahnz außerdem eine Halle an der Elsflether Straße anmieten, um dort Betten und weitere Ausstattungen zu lagern, die für die kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen bereitgehalten werden. Derzeit sind diese Gegenstände bei der Feuerwehr untergebracht, wo die Kapazitäten allerdings erschöpft sind. Jahnz bekräftigte, die Kosten für diese Maßnahmen würden über die Landespauschale für die Flüchtlingsunterbringung erstattet.

Neue Kontaktstelle

Des weiteren richtet die Stadt Delmenhorst ein neues Büro für die Kontaktstelle der Flüchtlingsbetreuung ein. Hier sollen alle Serviceangebote gebündelt werden von der Registrierung bis hin zur Vermittlung von Wohnungen an Asylbewerber. Auch die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr wird ausgeweitet: Nach Angaben des Oberbürgermeisters schließt die Stadt Delmenhorst einen Nutzungsvertrag über die Sporthalle der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne an der Weverstraße. Dort werden Flüchtlinge, die der Stadt kurzfristig über das Amtshilfeersuchen des Landes Niedersachsen zugewiesen werden, untergebracht. Derzeit sind rund 100 der knapp 200 Plätze in der Halle belegt. Von 2016 an stehen der Stadt zudem weitere Gebäude der Bundeswehr zur Verfügung. Dort können dann bis zu 450 Flüchtlinge untergebracht werden.

Am Rande der Belastbarkeit

Wie es weiter heißt, ist ein Team aus rund 30 Kräften von Stadt, Sozialverbänden und Polizei ständig in der akuten Flüchtlingsaufnahme im Einsatz. Busse mit Flüchtlingen treffen meist sehr kurzfristig in Delmenhorst ein, ohne das zum Beispiel zunächst bekannt ist, welche Nationalitäten und ob Kleinkinder, Säuglinge oder behinderte Menschen aufgenommen werden müssen. Diese ungeklärten Fragen und die nächtliche Einsatzzeit bis drei Uhr führe die Mitarbeiter an den Rand der Belastbarkeit.