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Folge eines Hertie-Umbaus Delmenhorst plant neues Parkhaus in Innenstadt

Von Michael Korn | 09.03.2016, 17:53 Uhr

Dieses Vorhaben in Delmenhorst birgt Brisanz: Ein neues Parkhaus soll die alte Hertie-Hochgarage an anderer Stelle ersetzen. Doch was sagen Anwohner und Hauseigentümer rund um den betroffenen Bereich Am Vorwerk dazu?

Die Delmenhorster Ratsparteien befassen sich am Donnerstag, 10 März, im Planungsausschuss (17 Uhr öffentlich im Rathaus) mit dem möglichen Bau eines neuen Parkhauses in der Innenstadt. Hintergrund für das Millionenprojekt ist der geplante Umbau der Hertie-Ruine samt Abriss des ehemals zum Kaufhaus gehörenden Parkhauses. Als Ersatzfläche für die verloren gehenden 275 Stellplätze ist der Parkplatz Am Vorwerk vorgesehen, der ebenerdig jedoch nur 82 Plätze vorweist.

Frage der Zu- und Abfahrt

Die Planungspolitiker werden vor allem die verkehrliche Erschließung des neuen Parkhauses sowie die Folgen für die umliegenden Wohnhäuser an Parkstraße, Moltkestraße und Am Vorwerk klären müssen. Von Eigentümerseite heißt es, dass der Bau einer Hochgarage in dem Bereich einen erheblichen Wertverlust für die angrenzenden Wohnimmobilien zur Folge hätte. Zu den Baukosten, die mutmaßlich der Hertie-Investor zu tragen hätte, heißt es in Branchenkreisen, dass bei einer heute üblichen Stahlbaukonstruktion mit Kosten von rund 5000 Euro je Stellplatz zu rechnen ist. Ein Parkhaus für 200 Autos wäre demnach mindestens eine Million Euro teuer. Investor DIH (Deutsche Immobilien Holding) hatte vergangene Woche die Kaufhaus-Immobilie gekauft, nachdem der Stadtrat einem Umbauvertrag mit Subventionen von bis zu 5,5 Millionen Euro inklusive Bunde- und Landesgeldern zugestimmt hatte. Der Hertie-Umbau in ein neues Geschäfts- und Wohnhaus soll 14,5 Millionen Euro kosten. Bislang sind allerdings noch keine Mieter aus dem Einzelhandel bekannt geworden. Weiterlesen: Delmenhorster haben kaum noch Hoffnung auf Hertie-Revitalisierung 

Verwaltung begrüßt Neuordnung

In der Verwaltungsvorlage für die Sitzung am Donnerstag heißt es: „Mit dem Ratsbeschluss zum Stadtumbauvertrag wurde dem Abriss des ehemaligen „Hertie“-Parkhauses zugestimmt. Der Abriss des Parkhauses entspricht dem beschlossenen Entwicklungskonzept–östliche Innenstadt. Mit der Modernisierung und Instandsetzung der Kaufhausbrache und dem Abriss des Parkhauses wird der Bereich im östlichen Teil der Fußgängerzone neu geordnet. Für den Blockinnenbereich entstehen nach dem Abriss Möglichkeiten und Chancen den frei gewordenen Bereich neu zu entwickeln, um attraktive Wohn- und Aufenthaltsbereiche zu schaffen.

 Weiterlesen: Verwaltung zweifelt Auflagen zu Hertie-Plänen an 

Als Ersatz für das Parkhaus könnten die erforderlichen Stellplätze durch ein neu zu errichtendes Parkdeck in fußläufiger Entfernung neu geschaffen werden. In fußläufiger Entfernung liegt die städtische Fläche Am Vorwerk, die derzeit als Parkplatz genutzt wird. Für diese Fläche liegen unterschiedliche Varianten zur Errichtung eines Parkdecks vor, die noch genauer untersucht werden müssen. Insbesondere die Auswirkungen zur angrenzenden Wohnbebauung sind zu untersuchen.

Auf der Parkplatzfläche befinden sich derzeit 79 allgemeine Parkplätze, davon 4 mit der Ausweisung „Bitte freihalten für Gehbehinderte“ und 3 Parkplätze für Schwerbehinderte (insgesamt = 82 Parkplätze).

Das „Hertie“-Parkhaus verfügte bis zur Schließung über 275 Stellplätze. Wie viel Stellplätze durch die Modernisierung und Instandsetzung der ehemaligen „Hertie“-Immobilie erforderlich sind, ist derzeit noch offen.

Aus städtebaulicher Sicht wird die Neuordnung begrüßt. Die Verwaltung wird gebeten, die erforderlichen Untersuchungen zur Errichtung eines Parkdecks auf der Parkplatzfläche Am Vorwerk durchzuführen und die Ergebnisse in einem der nächsten Planungsausschüsse darzustellen.“