Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Forum für Ehrenamtliche Delmenhorster Streitschlichter tagen in der Markthalle

Von Tina Spiecker, Tina Spiecker | 23.05.2017, 14:15 Uhr

Streitereien auf Schulhöfen, Mobbing im Klassenzimmer oder Beleidigungen auf den Fluren: Streitschlichter an Schulen sind oft gefordert, wenn es zu Konflikten kommt. Um sich auszutauschen, neue Impulse zu bekommen und das Thema Streitschlichtung aus anderen Blickwinkeln zu betrachten, haben sich am Dienstag, 23. Mai 2017, rund 80 Streitschlichter der weiterführenden Schulen in der Delmenhorster Markthalle eingefunden.

Die Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren waren der Einladung zur vierten Auflage „Fit 4 Trouble“ gefolgt, organisiert wurde das Streitschlichter-Forum von der Bereichsleitung Sozialarbeit an Delmenhorster Schulen.

Sichtlich beeindruckt waren die jungen Gäste von dem 45-minütigen Theaterstück „Erste Stunde“, in dem Schauspieler Andreas Püst vom Schauspielkollektiv Neues Schauspiel Lüneburg ein Mobbing-Opfer spielt, das eine ganze Nacht lang im Kartenraum einer Schule eingesperrt wird. Alltagsgewalt sowie Dynamik und Struktur einer Gruppe standen dabei im Mittelpunkt. Eric, selbst seit zwei Jahren Streitschlichter am Schulzentrum Wilhelm-von-der-Heyde, fand in dem Stück viele Parallelen. „Ich habe solche Situationen selbst schon erlebt und konnte mich gut in die Rolle des Schauspielers hinein versetzen“, sagte der 15-Jährige.

„Mit dem Streitschlichter-Forum wollen wir uns bei den Freiwilligen für ihren Einsatz bedanken und ein Zeichen der Wertschätzung setzen“, betont Bereichsleiterin Lydia Illenseer. Darum werde den Teilnehmern aus sieben weiterführenden Schulen ein unterhaltsames Informationsprogramm, geselliger Austausch und ein nettes Frühstück geboten.

Streitschlichter geben Einblicke in ihre Arbeit

Auf Letzteres folgte eine kleine Podiumsdiskussion, an der neben Bürgermeister Hermann Thölstedt auch Delmenhorsts Polizeichef Jörn Stilke sowie Torsten Dietz von der Firma Wehrhahn teilnahmen. Spaß hatten die Ehrenamtlichen zudem bei einem Online-Quiz; hier galt es, per Smartphone oder Tablet Fragen zu beantworten. Arbeitsintensiver wurde es anschließend: Schulweise wurde in Kleingruppen erarbeitet, wie die Streitschlichtung an der jeweiligen Schule praktiziert wird und an welchen Stellen dies gut oder auch weniger gut gelingt, Konflikte zu lösen. Die Präsentationen erlaubte dann interessante Einblicke in die jeweiligen Arbeitsweisen. „Wir treffen uns alle 14 Tage und üben an konstruierten Fällen“, erzählt Jannik, der seit vielen Jahren Streitschlichter ist und die BBS I besucht. „Wir sind immer auf dem aktuellen Stand. Wenn Lehrer Probleme in ihren Klassen bemerken, sprechen sie uns an, damit eine friedliche Lösung gefunden werden kann. Und die gibt es dann auch“, so der 18-Jährige. Es könne auch mal anstrengend werden, aber die Arbeit als Streitschlichter würde auch viel Spaß machen. „Besonders, wenn zwei Menschen sich wieder vertragen und es nicht zu Konsequenzen kommen muss“, betont Jannik.