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Frauen im Rat unterrepräsentiert Delmenhorster Frauen zur Wahl aufgerufen

Von Sonia Voigt | 15.08.2016, 16:09 Uhr

Die Delmenhorster Gleichstellungsbeauftragte Petra Borrmann ruft Frauen auf, bei der Kommunalwahl am 11. September von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Zwar liegt der Frauenanteil im Delmenhorster Stadtrat laut der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Petra Borrmann leicht über dem niedersächsischen Durchschnitt, doch der sei mit nur 27 Prozent Frauen in den Kommunalparlamenten „nicht mehr zeitgemäß“. Daher ruft Borrmann gerade Frauen auf, bei der Kommunalwahl am 11. September von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

„Wir haben eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Politik noch nicht erreicht“, kritisiert Borrmann die Situation vor Ort. Frauen seien in Delmenhorst, wie auch anderswo in Niedersachsen und in anderen Bundesländern, „stark unterrepräsentiert“. „Aber das Interesse am politischen Engagement der Frauen ist da“, so die Gleichstellungsbeauftragte.

Landesfrauenrat will Wahlgesetz ändern

Daher haben der niedersächsische Landesfrauenrat und die Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten vergangenes Jahr eine Petition mit Unterschriften zur Einführung eines Parité-Gesetzes an den Landtagspräsidenten übergeben. Vorbild ist Frankreich, wo seit dem Jahr 2000 nach heftigen Diskussionen ein Gesetz in Kraft getreten ist, welches zu einer Erhöhung des Frauenanteils in den Parlamenten geführt hat.

„Politik muss von Frauen und Männern in gleichem Maße gestaltet werden, damit alle Blickwinkel für gesellschaftliche Themen erfasst werden. Eine Änderung des Wahlgesetzes könnte Frauen verstärkt ermutigen, sich in den politischen Diskurs und Entscheidungsprozess produktiv einzumischen“, schließt sich Petra Borrmann der Auffassung der Landesfrauenratsvorsitzenden Cornelia Klaus an. Schließlich werde das Wissen und Können von Frauen, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, „dringend gebraucht“.

Wähler sollen Parteiprogramme prüfen

Borrmann fordert Wählerinnen und Wähler auf, die Programme der im September antretenden Parteien unter die Lupe zu nehmen. Dabei sollten sie vor allem die Aussagen zur Gleichstellungs-, Geschlechter- und Familienpolitik prüfen. Auch vor Ort gelte es, die Verpflichtung aus dem Grundgesetz zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern umzusetzen. „Hieran sollten sich die Parteien, auch im Kommunalwahlkampf, messen lassen“, sind sich die Gleichstellungsbeauftragten und der Landesfrauenrat einig.